Trotz Coronaregeln tolle Stimmung

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Foto: Jan-Philipp Strobel
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 In der 26. Auflage des Weihnachtsmarkts in Wißgoldigen beweisen der Dorfverein und die Betreiberfamilie dass eine derartige Freiluftveranstaltung in diesen Zeiten möglich ist.

Waldstetten-Wißgoldingen

Viele hatten mit der Nachricht gerechnet, dass der Weihnachtsmarkt abgesagt wird. Die steigenden Coronafälle im Kreis im Hinterkopf. Doch diese Nachricht blieb aus. Die Familie Brühl als Organisatoren blieben standhaft.

Streng nach den Hygienevorgaben agierend, also Zugang nur für Geimpfte und Genesene ins umzäunte Gelände bei Schule und Schulpavillon, präsentierte sich der Weihnachtsmarkt dann am Samstag. Security-Mitarbeiter verlangten zum Impfzertifikat auch den Ausweis. Oder eben die Bescheinigung der Genesung inklusive Ausweis. Dann gab es rosafarbene Bändchen fürs Handgelenk. Geduldig reihten sich die Besucher mit Sicherheitsabstand am Einlass ein. „Nur ein Senior beschwerte sich kurz, dass er auch seinen Personalausweis vorzeigen musste“, berichtete Ewald Brühl.

Ungewöhnlich war diesmal auch, dass sich die Schule mit dem Elternbeirat nicht um Kaffee und Kuchen im Pavillon kümmerten. Sie hatten für dieses Jahr abgesagt. „Dann sind einfach wir eingesprungen“, erzählen die Handballerinnen zweier Mannschaften (zwei und vier) im Pavillon. Und, nein, dort konnte sich niemand gemütlich niederlassen. Es gab zwar Kaffee und eine reiche Kuchenauswahl aus insgesamt 43 selbst gebackenen und hergestellten Köstlichkeiten, aber eben nur zum Mitnehmen. „Viele kommen und ordern gleich sechs oder acht Stückchen mit“, berichten die Handballerinnen zufrieden.

Etwas ungewöhnlich ist auch der Bereich vor dem großen Essensstand. Hier geben Einbahnstraßen-Schildern klar vor, in welche Richtung der Gast zum Stand zu gehen hatte. „Klappt gut. Die Leute machen mit“, freut sich Ewald Brühl.

Sicherheitsabstand wurde auch bei den über 20 Ständen gewahrt. „Es ist alles 100 Prozent Corona konform“, lobt deshalb Bürgermeister Michael Rembold, während er seinen Blick über das Marktgeschehen schweifen lässt. Er zollt der Organisationsfamilie „allergrößten Respekt“. Wie übrigens auch die Besucher. „Wir wissen, wie wir uns zu verhalten haben. Schließlich sind wir erwachsene Menschen“, argumentiert eine Besucherin am Stand, der Schals und Tücher in der Auslage hat. „Wir sind hier im Freien und tragen Mundschutz“, schiebt ihre Begleiterin nach. „Ich finde es richtig und gut, dass hier an der Veranstaltung festgehalten wird“, betont der Bürgermeister und bekommt von den Besuchern dankbare Rückmeldung. Wobei Rembold stets darauf verweist, dass es die Familie Brühl war, die diesen realisierte. Wie auch schon die 25 Mal vorher.

So wird gemütlich entlang der Stände mit ihren reichhaltigen Angeboten geschlendert, mit Bekannten geplaudert und die Kulinarik genossen. Man amüsiert sich über „Dosensocken“, ersteht noch eine Einkaufstasche aus Filz oder Marmelade, bewundert die Holzdekoration, kauft sich noch ein Lebkuchenherz oder nimmt ein aufwendig dekoriertes Adventsgesteck mit. Und, klar, ein Wißgoldinger Fläschchen Schnaps passte immer in die Tasche. Oder man lauscht den Klängen der Drehorgel von Herbert Baumgarten, um so die vorweihnachtliche Atmosphäre zu genießen.

Gegen 14 Uhr herrscht allerdings kurz reges Treiben an einem Stand: 75 Laib Brot, die ab morgens um fünf Uhr im Backhäusle vom Team des Dorfvereins gebacken wurden, sind schnell ausverkauft. „Wir haben aber noch Teig“, erinnert man sich und wirft den Ofen an. Nun kehrt Markus Bader mit Tüten voller frisch gebackener „Briegelchen“ zurück, die mit leckerem Aufstrich versehen wurden. Flexibilität war beim vor knapp zwei Jahren gegründeten Dorfverein Trumpf. Und wird von der Kundschaft belohnt. In drei Schichten arbeiteten die Mitgliedern des Dorfvereins beim Weihnachtsmarkt.

„Ein stetiges Kommen und Gehen“, freut sich Ewald Brühl, dass die Besucher den Weihnachtsmarkt schätzen. Oft hörte man Sätze wie „Schön, dass er stattfindet“ oder „Wenn man sich an die Regeln hält, geht das doch …“. Und auf deren Einhaltung wird mit Argusaugen geachtet.

Foto: Jan-Philipp Strobel

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