Verbindlichkeit schaffen fürs Bauprojekt Löwen-Areal

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Die Aktionsgruppe Löwen-Areal Wißgoldingen befindet sich an einem Kristallisationspunkt.
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Die Aktionsgruppe Löwen-Areal Wißgoldingen befindet sich an einem Kristallisationspunkt.

Waldstetten-Wißgoldingen. Barrierefreies, generationendurchmischtes Wohnen wünschen sich die Wißgoldinger für das Löwen-Areal, das hatte eine Bürgerwerkstatt Anfang des Jahres ergeben. Das Vorhaben im Ortskern ist von solcher Bedeutung, dass sich darum eine Aktionsgruppe im Projekt „Wir leben Dorfgemeinschaft“ kümmert.

„Einen Kristallisationspunkt“ sieht nun Stadtplaner Albrecht Reuß vom Büro Citiplan erreicht, nachdem er öffentlich eine Machbarkeitsstudie mit zwei Varianten zur Bebauung des Areals vorgestellt hatte. Denn bei der jüngsten Bürgerversammlung zum Thema Anfang Juni seien die Interessierten untereinander ins Gespräch gekommen sind, sagt Reuß als Kümmerer der Aktionsgruppe Löwenareal. Das Spannende daran: Das gute Dutzend Menschen, dass sich für Wohnraum auf dem Löwenareal interessiere, sei alterdurchmischt – so, wie es der Wunsch der Bürgerwerkstatt war. Anfang Juli habe es ein vertrauliches Gespräch unter den ernsthaft Interessierten gegeben. Diese wollen sich nun einmal monatlich mit Reuß und Quartiersmanagerin Magdalene Rupp treffen, nach drei Malen soll feststehen, wohin's geht. Denn der kommende Herbst stehe unter dem Motto „erste Verbindlichkeiten schaffen“.

Was Reuß meint: In einem ersten Schritt sollten die Wohnungs-Interessenten „einen Minivertrag machen“, das könne vom Protokollvermerk bis zur Vereinsgründung gehen.

Baugemeinschaft oder Bauträger

Der nächste Schritt sei, sich mit einem konkreten Vertrag zu einer Planungsgruppe zusammenzuschließen. 15 Interessenten stehen derzeit 15 geplanten Wohnungen gegenüber. Mit Rückziehern sei zwar zu rechnen, dies sei jedoch eine stabile Grundlage, um weiterzuarbeiten, sagt Reuß. Verbindlichkeit bedeute auch, zu entscheiden, ob die Interessenten eine Bürgerbaugemeinschaft bilden oder ein Bauträger mit der Bebauung des Löwen-Areals beauftragt werden soll. Bei ersterem seien die Kosten geringer, dafür brauche es mehr Engagement der Bauherrschaft, als bei der zweiten Möglichkeit. Reuß weiß, dass diese Wahl angesichts der ungewissen Situation im Bausektor „schwierig“ sei. Er hoffe, dass sich Ende des Jahres – bis dahin sollte diese Entscheidung fallen - eine klarere Perspektive zur Entwicklung von Baupreisen und Zinsen abzeichne.

Sinnvoll wäre, wenn zuvor feststände, welche Variante gebaut wird: zwei L-förmig verbundene Baukörper mit Hof zur gemeinschaftlichen Nutzung oder zwei zueinander versetzte Gebäude mit zentralem „Scharnier“ und Gemeinschaftsleben, das sich eher innen abspielt.

Hat die Planungsgruppe sich für eine Baugemeinschaft entschieden, sollte sie einen Projektsteurer und einen Architekten wählen. „Wir empfehlen eine klare Rollentrennung“, sagt Reuß. Entscheide sich die Gruppe, mit einem Bauträger zu bauen, entfallen diese Wahl. Reuß‘ Rolle als Kümmerer endet mit dieser Entscheidung. Das Löwen-Areal ist nicht das erste derartige Projekt, das er mit seinem Büro begleitet. Es sei besonders, weil der Ort vergleichsweise klein sei. Dafür habe Wißgoldingen ein Dorfleben und eine Quartiersarbeit, „die ihresgleichen suchen“. ⋌Anja Müller

Interessierte am Wohnprojekt Löwen-Areal können sich bis Herbst melden, E-Mail an: magdalene.rupp@haus-lindenhof.de oder info@citiplan.de

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