Carsharing endet mangels Nachfrage

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Mit Carsharing wollte die Waldstetter Verwaltung „Nachhaltigkeit gestalten“; jetzt wird das Auto in Waldstetten - wie schon jenes in Wißgoldingen - wieder abgeschafft. Foto: privat
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Erst in Wißgoldingen, nun auch in Waldstetten: Das Leih-Auto im Ort rentiert sich nicht und wird abgeschafft. Gute Nachricht für Eltern: 2023 gibt's genügend Kindergartenplätze.

Waldstetten

Das Experiment Carsharing in Waldstetten wird Ende Februar 2023 beendet. Der Verwaltungsausschuss im Gemeinderat hat sich am Donnerstagabend auf Empfehlung der Verwaltung einstimmig dafür ausgesprochen, die Kooperation mit dem Autohaus Baur in Mutlangen zu beenden.

Waldstetten sei wohl eine der ersten Gemeinden gewesen, die mit dem Angebot in Waldstetten und Wißgoldingen eine Idee der UB-Fraktion aufgegriffen habe, „um Nachhaltigkeit zu gestalten“, sagte Bürgermeister Michael Rembold. Zunächst waren es ab 2017 zwei Autos, eins am Malzéviller Platz, eins am Bezirksamt in Wißgoldingen, die gegen Gebühr zur Verfügung standen. Nach zwei Jahren war offensichtlich, „dass das in Wißgoldingen nicht angenommen wird“. In Waldstetten versuchte es die Verwaltung mit dem Umstieg auf einen Neunsitzer, um das Angebot anzupassen an Vereine, Betriebe oder die Gemeinde, die es etwa für den Fahrdienst am Seniorennachmittag gemietet hat.

Weil möglicherweise die Corona-Pandemie in das Nutzungsverhalten hineinspielte, wurde im April im Gremium diskutiert, das Jahr abzuwarten. Tatsächlich seien die Ausleihen „nach oben gegangen“. Dennoch müsste ein Jahr „sehr, sehr gut“ laufen, damit die Verwaltung nicht auf dem Großteil der 7800 Euro Gebühr sitzenbleibt, fasste Rembold zusammen. „Der Abmangel rechnet sich nicht“, ist die Erkenntnis nach fünf Jahren mit verschiedenen Modellen und vielfacher Werbung. Es sei nicht zu verantworten, das aus dem Steuersäckel zu finanzieren, sagte Martin Mager (FWV). Die Reißleine zu ziehen, empfahl auch Wißgoldingens Ortsvorsteherin Monika Schneider. Waldstetten sei nicht mit Städten zu vergleichen, „wir sind einfach auf unser Auto angewiesen“, sprach Beate Kottmann (CDU) wie ihre Vorredner den ländlichen Raum an. Ihr Fraktionskollege Michael Weber meinte, das heiße nicht, dass es nie klappt“, so gebe es etwa Modelle, in einem Wohnquartier wie dem Bronnforst ein Auto zu teilen.

Platz für alle Kinder

Die Verwaltung wird ein zentrales System für die Vergabe von Kindergartenplätzen einführen. Auf der Gemeindewebseite sollen die Kindergärten vorgestellt werden, dort können Eltern die benötigte Betreuungsart auswählen, außerdem greift ein Punktesystem für die Vergabe, erläuterte Felix Deininger von der Finanzverwaltung. Nach Prüfung durch die Verwaltung gehe die Anmeldung an den von den Eltern priorisierten Kindergarten. Der sage zu oder lehne ab, in dem Fall gehe die Anmeldung automatisch an den Kindergarten zweiter Priorität.

Bis 15. Februar, dem Anmeldeschluss für das Kindergartenjahr 2023/24, soll das System funktionieren, sagte Claudia Kuhn vom Amt für Familie und Bildung. Sie betonte: „Wir nehmen den Kindergärten nichts weg“, dafür vermeide das System Doppelanmeldungen. Diese festzustellen, sei bisher sehr mühsam gewesen.

Für die Eltern sei das eine bequeme Möglichkeit, ihre Kinder anzumelden, sagte Beate Kornau (FWV). Elisabeth Heilig meinte, dass für die Erzieherinnen viel Verwaltungsaufwand wegfalle.

Angesichts des Bedarfsplans zur Kinderbetreuung für 2023/24 sagte Rembold: „Wir können wirklich alle Eltern zufriedenstellen“ - alle würden für ihre Kinder einen Platz bekommen.

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