Das Jesuskind im Einmachglas

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Lina Barth (l.) und Louisa Kornau haben viel Zeit in ihre Krippe aus Mosaiksteinen investiert.
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Für die Krippenwege in Waldstetten und Wißgoldingen engagieren sich viele Menschen. Besucher gehen durch Lichterbogen, setzen Puzzles zusammen und schauen mitten im Wald in Fenster.

Waldstetten

Louisa Kornau (13) und Lina Barth (14) sitzen vor einem gerahmten Holzbrett, das den halben Kornauschen Esstisch einnimmt, malen vorsichtig Acrylfarbe als Hintergrund a um die bereits vollendete Krippenszene herum, die sie aus bunten Mosaiksteinchen zusammengesetzt haben. Lina hat Ochs und Esel gestaltet, Louisa Maria, Josef und das Jesuskind. Das Ganze haben sie zuvor auf Papier geplant. Das Material hat sich ergeben, weil die beiden Nachbarsfamilien noch Mosaiksteinchen von vergangenen Kindergeburtstagen hatten.

Die beiden sind nicht die einzigen, die sich gerade Gedanken um Krippen machen. Ihre Mütter Beate Kornau und Anja Barth haben mit ihrer Idee der Krippenwege für Waldstetten und Wißgoldingen ein riesiges Gemeinschaftsprojekt angestoßen. Nach aktuellem Stand um die 40 Krippen werden den Rundweg im Bronnforst und jenen um den Stuifen schmücken. Einzelpersonen, Kindergärten und Schulen haben sich zum Mitmachen gemeldet. Und das über Waldstetten hinaus. Die Klösterleschule, ein Kindergarten und Privatleute aus Gmünd machen ebenfalls mit, erzählt Anja Barth. Nicht nur, indem sie Krippen beisteuern. Manche Kindergärten werden die Bäume entlang der Wege schmücken. Der Waldstetter Obst- und Gartenbauverein steuert Holzsterne für die Bäume bei, die sich bereits in Kornaus Treppenhaus stapeln. In der Wohnung verteilt sich etwa ein Dutzend Krippen, das die Familienmitglieder gebastelt haben.

Krippenfiguren auf Wackersteinen, Krippen im Weckglas mit Figuren aus Flaschenkorken, oder, ganz abstrakt, von Louisas Schwester Selina schwarz bemaltes Stäbchenparkett. Auf die einzelnen Stäbe hat sie schlicht die Namen der Protagonisten geschrieben. Und so gesellen sich zu den aufrecht stehenden Maria, Josef und Hirten, eine Gruppe waagrechter Stäbchen, auf jedem einzelnen steht „Schaf“. Ein Vogelhäuschen, einst Geschenk vom Weltspartag, ist ebenfalls zur Notunterkunft für die heilige Familie umfunktioniert.

Krippenlager im alten Rathaus

Und die vielen anderen Krippen? „Das wird jetzt alles im alten Rathaus gestapelt“, sagt Anja Barth. Sie und Beate Kornau sprühen offenbar nur so vor Ideen. Einen Geocache gibt's unter geocaching.com. Ein Puzzle mit Hirten und Heiligen Drei Königen darauf aus groben Holzstücken soll es am Wegesrand geben, zählt Anja Barth auf. Und weil eine Waldstetterin einen Scherenschnitt für den Krippenweg zur Verfügung stellt, musste eine Ausstellungsfläche her. Also waren sie beim Fensterbauer und haben dort mehrere alte Fenster bekommen. Da kommen Sprüche, Lieder und eben der Scherenschnitt hinein, dann werden sie entlang des Weges platziert, sagt Beate Kornau. Den Eingang zum Krippenweg soll ein Lichterbogen zieren, zählt sie weiter auf und macht damit auch deutlich, dass dies wirklich ein Projekt für alle ist: „Das haben wir an die Rentner vergeben.“ Zwischendurch schaut ihr Mann Tobias Kornau ins Zimmer, auch er spielt seine Rolle: „Ich bin da, wenn was nicht funktioniert.“

An Louisas und Linas Bild ist mittlerweile die Farbe getrocknet, sie beginnen nun, die noch freie Fläche auf ihrem Krippenbild mit durchsichtigen Mosaiksteinen zu bekleben. Kurz müssen sie diskutieren, wie diese ausgerichtet werden sollen, dann geht’s konzentriert weiter. Ist das geschafft, fehlen noch die Spachtelmasse, die die Zwischenräume zwischen den Mosaiksteinen ausfüllt, und eine wetterfeste Beschichtung.

Viermal haben die Mädchen sich bereits getroffen, um ihr Werk voranzubringen Viel kostbare Zeit für die Parler- und die Scheffoldgymnasiastin, auf Klassenarbeiten müssen sie schließlich auch noch lernen. Darum haben sie für Besucher der Krippenwege eine Mahnung, die sicher allen ehrenamtlich Engagierten aus dem Herzen spricht: „Macht’s nicht kaputt!“.

Macht's nicht kaputt!“

Lina Barth, Louisa Kornau, Krippenbauerinnen
  • So geht's weiter mit den Krippenwegen
  • Wer sich an den Krippenwegen mit einer Krippe oder als Aufbauhelfer beteiligen möchte, kann sich melden bei Beate Kornau, Telefon (07171) 945912, E-Mail: beate_frei@web.de; oder Anja Barth, Telefon (07171) 498392, E-Mail: anja.d.barth@web.de. Abgabe für Krippen am Montag, 13., und Mittwoch, 15. Dezember.
    Aufbau ist am Donnerstag, 16. Dezember.
    Eröffnet werden die Krippenwege am Samstag, 18. Dezember, im Bronnforst und am Sonntag, 19. Dezember, am Stuifen. Die Krippen werden dort bis 2. Februar anzusehen sein.
Selina Kornau mit ihrer abstrakten Krippe.
V.l.:AnjaBarth,ihreTochterLina,BeateKornauundihreTochterLouisaengagierensichfürdieWaldstetterKrippenwege.
Lina Barth (l.) und Louisa Kornau basteln für die Waldstetter Krippenwege ein Mosaik.
Heilige Drei Könige und Hirten mit Schafherde aus Erdnüssen im Vorratsglas.
Eine Krippe, hergestellt aus einem Vogelhäuchen, das es einmal zum Weltspartag gab.

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