Die Vernetzung macht's

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Simone Wertz am Eingang zu ihrem Refugium: Neben ihren Jobs in der Mensa und der Kerntzeitbetreuung in der Gemeinschaftsschule ist sie vielfältig ehrenamtlich engagiert und lobt die Vorteile davon, vielfach vernetzt zu sein.
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Simone Wertz lebt den vielgelobten Waldstetter Gemeinschaftssinn. Und sie weiß, dass ein hohes Qualitätsniveau kein Grund zum Ausruhen ist.

Waldstetten

Gebraucht wird ja immer jemand, und „ich bin der Machertyp“. Das stellt Simone Wertz ganz selbstverständlich fest. Denn sie macht. Als Vorsitzende im Förderverein der Waldstetter Gemeinschaftsschule (GMS), als Elternbeiratsvorsitzende, in der Ukrainehilfe der Kirchengemeinde, als Engagierte bei der Kinderbedarfsbörse und im Familiengottesdienst der katholischen Kirchengemeinde. Und nicht zuletzt als Leiterin der Mensa und der Kernzeitbetreuung an der GMS.

So richtig hineingeraten ins Ehrenamt ist Wertz durch ihre Tochter Lea auf dem klassischen Weg über Krabbelgruppe und Kinderturnen. So kam sie in den damaligen Kindergarten- und Schulförderverein und dort schnell in dessen Vorstand. Von da zur Schulkindbetreuung. Und dann wurde sie angefragt, ob sie die Mensa leiten möchte. Und weil Wertz keine halben Sachen mag und ihr Job als Bankkauffrau in Stuttgart sowieso nicht mehr machbar war, absolvierte sie eine Ausbildung zur Tagesmutter und zur Hauswirtschafterin. Wertz lebt, was sie in Waldstetten selbst erlebt: Man kennt sich, man vernetzt sich und nutzt Synergieeffekte. Der 49-Jährigen gefällt es, in ihrem Wohnort zu arbeiten. Dass erkannt zu werden manchmal zulasten des Feierabends geht, macht ihr nichts aus. „Ich finde das wichtig, dass man sich untereinander hilft, mit Respekt und auf Augenhöhe.“

Aus Waldstetten wollte Wertz nie weg. Die Ortsgemeinschaft sei „wie eine große Familie“. Und ihr gefällt, „dass man alles hat und doch auf dem Land ist“, dass Waldstetten mit seinem Einkaufsangebot und seinen Bädern „so gut ausgestattet“ sei. Dass es auch Angebote für Ältere gibt. Und dass sie schnell draußen im Wald ist, wenn sie mal Ruhe braucht.

Dass ein hohes Niveau gepflegt werden muss, um erhalten zu bleiben, liegt für Wertz auf der Hand. Diesen Anspruch macht sie für die Gemeinde genauso geltend wie für ihren Beitrag dazu. „Bin ich mit der Mensa noch an der Familie und am Kind dran?“, hinterfragt sie regelmäßig das Konzept. Ebenso das Angebot der Kernzeit- und der Sommerferienbetreuung. Eine ganze Menge hat sie mit ihren Mitstreitern schon umgesetzt, etwa den Spielturm für den Schulhof der GMS mit 10 000 Euro vom Förderverein, den Kinderfasching in der Stuifenhalle und eine Valentinsdisco in der Schule. Viele Anregungen kommen von ihrer Tochter Lea, sagt Wertz. Sie wird, wenn die 14-Jährige ihren Abschluss gemacht hat, nicht mehr im Elternbeirat sein und hofft, auch für ihr Ehrenamt im Schulförderverein irgendwann Nachfolger zu finden. Simone Wertz' Engagement wird das keinen Abbruch tun: „Es wird sich was anderes finden.“

Bekannte Köpfe

Steffi und Claus Kirschnek sind vom Waldstetter Freibad nicht wegzudenken. Die 51-jährige gelernte Köchin betreibt dort den Kiosk, ihr 53-jähriger Mann hilft mit, wann er kann. Dort gibt's nicht nur Currywurst und Freibad-Pommes, sondern auch mehrmals pro Woche Mittagstisch, Kaffee und Kuchen. Auch für die, die nur zur Einkehr, nicht zum Schwimmen kommen. Außerdem sorgen Kirschneks zu besonderen Anlässen, etwa dem Open-Air-Kino, fürs Essen.

Instagram-Fotomotiv

An Reiterles Kapelle kommt einfach keiner vorbei. Winter, Frühjahr, Sommer, Herbst: Zu jeder Jahreszeit hat das Kirchlein unter dem ausladenden Lindenbaum am Anstieg zum Kalten Feld als Fotomotiv seinen Reiz. Der Sage nach hat sie wohl ein wohlhabender Tannweiler Bauer vermutlich im 17. Jahrhundert bauen lassen, nachdem ihm dort nächtens der Geist eines Hauptmanns auf einem kopflosen Pferd, begleitet von ebenso kopflosen Hunden, begegnet ist. 

Schon gewusst?

100 Jahre gibt es die katholische öffentliche Bücherei in Waldstetten. 1922 hatten die Gründungsmitglieder mit Pfarrer Nusser und Kaplan Deininger einen Borromäus-Hilfsverein ins Leben gerufen und für „die kulturelle Bildung der Gemeindeangehörigen“ die Pfarrbücherei aufgebaut, informiert die Seelsorgeeinheit online. Großes ehrenamtliches Engagement sorgt bis heute dafür, dass Bücherfreunde im Bürgerhaus auf dem Kirchberg stets Lesefutter vorfinden. 

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Waldstetten belegt in 14 von 15 Kategorien den ersten Platz im Vergleich der 42 Kommunen. 

Ich bin der Machertyp.“

Simone Wertz, Mensa-Leiterin, vielfach Engagierte
Massig Lesefutter bietet die katholische Bücherei.
Idyll im Grünen: Reiterles Kapelle unter der Linde.
Foto: Jan-Philipp Strobel

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