Einweihung zu Fronleichnam: 51 Stufen als Symbol für den Lebensweg

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Im Rahmen der Prozession erklimmen gläubige Christen mitsamt Monstranz und Himmel an Fronleichnam zum ersten Mal die neuen Stufen hinauf zur St.-Laurentius-Kirche in Waldstetten.
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Nach zweijähriger Bauzeit und deutlich gestiegener Kosten ist die Sanierung der Treppenanlage unterhalb der St.-Laurentius-Kirche abgeschlossen.

Waldstetten. Anlässlich der traditionellen Fronleichnam-Prozession entlang der drei Stationen mit farbenfrühen Blumenteppichen bei St. Johannes, auf dem alten Friedhof und am Fuße des Kirchbergs gab es in Waldstetten am Donnerstag noch einen ganz besonderen Höhepunkt. Denn nach fast drei Jahren Planung und Ausführung konnte die neue Treppenanlage, die zur Kirche St. Laurentius hochführt, feierlich eingeweiht werden.

Während Pfarrer Dr. Horst Walter mit dem Himmel und der Monstranz am Treppenaufgang verharrte, griff Bürgermeister Michael Rembold zur Schere und durchtrennte ein gelbes Band – als Symbol, dass die neue Treppe nun offiziell beschritten werden kann. Anschließend reihten sich die Prozessionsteilnehmer hinter dem Geistlichen und dem Himmel ein, um gemeinsam zum ersten Mal die Stufen zur Kirche zu erklimmen. „Was kann schöner sein, als dass der Herr selbst als erster darüber geschritten ist“, stellte der Pfarrer fest.

Mit dem Schalk im Nacken beschrieb er, dass es in den vergangenen Jahren zwei Großbaustellen in Deutschland gab. Nämlich den BER-Flughafen in Berlin und die Treppenanlage in Waldstetten. Warum er diesen Vergleich zog? Weil die Bauarbeiten für die Treppe bereits 2019 gestartet waren. Dr. Horst Walter erinnerte daran, dass ursprünglich nur die Sanierungsbedürftigkeit der oberen Hälfte im Fokus gestanden habe. Kostenpunkt: 33 000 Euro. Allerdings zeigte sich bei einer Baubegehung, dass die Verwölbung an der Stützmauer beträchtlich fortgeschritten war. Ein statisches Gutachten wurde eingeholt, aufgrund dessen die Treppe sofort wegen Einsturzgefahr der Mauer gesperrt werden musste. Es folgte ein langer Prozess der Untersuchungen und Planungen unter der Federführung von Architekt Jürgen Rapp. Und im Sommer 2020 wurde schließlich mit der Sanierung der Stützmauer im unteren Teil gestartet.

Jetzt ist die komplette Treppenanlage inklusive Stützmauer erneuert. „Und die Gemeinde hat Wort gehalten“, blickte der Pfarrer dankbar zum Bürgermeister. Denn eigentlich war die Kirchengemeinde davon ausgegangen, dass die bürgerliche Gemeinde nur die 50 Prozent der einstigen Kosten übernimmt. Doch die Gemeinde tut dies auch bei der neuen Summe, die bei 330 000 Euro liegt. Hinzu kommen 16 000 Euro vom Förderverein und viele Privatspenden.

51 Stufen könne man als biblische Zahl sehen, so der Pfarrer. Dreimal 17 – wobei die Drei für den dreieinigen Gott steht. Dann die 1 und die 7 für einmal pro Woche in die Kirche gehen.

Bürgermeister Michael Rembold sah die neue Treppe hinauf zur St.-Laurentius-Kirche als Lebensweg und erinnerte, dass in der Kirche Taufen, Hochzeiten, Kommunionen, aber auch Gottesdienste zu Beerdigungen stattfinden. So wie auch viele Wege nach Rom führen, so gebe es in Waldstetten auch viele Wege zur Kirche, so Rembold weiter. „Aber der schönste ist über die Treppe.“

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