Höhen und Tiefen für „Hilfe für Togo“

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Verein für Togo Waldstetten

Der Verein aus Waldstetten konnte im vergangenen Jahr mehrere große Projekte im westafrikanischen Land abschließen. Weitere Problemfelder sollen zeitnah angegangen oder ausgeweitet werden.

  • Verein „Hilfe für Togo“ startet die Aktion „Hoffnung schenken“
  • „Hoffnung schenken“, so heißt die Aktion, die sich die Organisatoren des Vereins „Hilfe für Togo“ ausgedacht haben. Hierbei haben Spender die Möglichkeit in sechs konkrete Projekte zu investieren und so den Menschen in Togo Hoffnung zu schenken. Die einzelnen Projekte werden auf der Internetseite des Vereins (www.hilfe-fuer-togo.de) ausführlich vorgestellt. Wer keinen Internzugang besitzt, kann sich bei Familie Weber auf dem Schlatthof informieren.Auf einem Kontaktformular kann jeder sein Projekt aussuchen und erhält dann vom Verein eine Projektkarte für sein persönliches „Hoffnungsprojekt“.
  • Die einzelnen Projekte sind in unterschiedliche Preiskategorien geordnet:
    50 Euro um einem Kind ein Jahr lang Schulmaterialien und täglich eine warme Mahlzeit zu gewähren;
    100 Euro für die Unterbringung eines Waisenkindes in einer Pflegefamilie;
    150 Euro um einem Jugendlichen oder jungen Erwachsenen ein Ausbildungsjahr zu ermöglichen; 200 Euro für den Bau eines Schulplatzes;
    500 Euro um den Teil eines Wasserprojektes zu finanzieren.

Alle ehrenamtlichen Mitarbeiter hier und in Togo sind unglaublich motiviert.“

Anton Weber,, Vorsitzender „Hilfe für Togo“

Waldstetten

Es gab Höhen. Es gab Tiefen. Hinter dem Verein „Hilfe für Togo“ liegt ein durchwachsenes Jahr 2021. Vor allem die Corona-Pandemie hat Spuren hinterlassen. An normale Vereinsarbeit sei in den vergangenen Monaten nicht zu denken gewesen, so der Vereinsvorsitzende Anton Weber. „Die Pandemie hat auch uns sehr eingeschränkt.“ So musste das Benefizkonzert in der Stadthalle Donzdorf bereits zum vierten Male verschoben werden. Auch das Togowinterfest im Januar 2022 muss erneut entfallen. Ein herber Schlag: Denn diese Veranstaltungen bringen nicht nur einen großen Teil der Spenden ein, „sondern bieten uns auch die Möglichkeit die geplanten und bereits realisierten Projekte zu präsentieren“. Diese Möglichkeiten habe dem Verein in den vergangenen zwei Jahren fast komplett gefehlt.

Trotz der erschwerten Situation aufgrund der Corona-Pandemie habe der Verein „Hilfe für Togo“ in dem westafrikanischen Land „unglaubliches geleistet“, betont Anton Weber. Die Unterstützung in Togo bis in die Ministerien habe die Arbeit dort ungemein erleichtert und „alle ehrenamtlichen Mitarbeiter hier und in Togo sind unglaublich motiviert“. So konnten im Juli und im November mehrere große Projekte übergeben werden: je ein College in Kpeta und Notze, Primärschulen in Xletitikonzi und Lacponou sowie der erste Bauabschnitt einer fünfklassigen Schule in Tsihinu. Hinzu kamen je ein Kindergarten in Nyiveme und einer in Xletivikondzi. Erwähnenswert hierbei sei, so Weber, dass eine Familie aus Ellwangen gemeinsam mit dem Lionsclub Aalen den Kindergarten in Nyiveme und eine Familie aus Aalen die Schule in Lacponou finanziert haben.

Sämtliche Einrichtungen seien zudem mit Toiletten und einer Trinkwasserversorgung versehen worden – keine Selbstverständlichkeit in Togo. Die sanitären Anlagen seien auch für die Bewohner umliegender Wohngebiete zugänglich, , erklärt Anton Weber. „Zusätzliche Hygienemaßnahmen sind nicht erst seit Corona ein wichtiger Bestandteil unserer Projekte.“

Neben dem Bau von Bildungseinrichtungen ist dem Verein „Hilfe für Togo“ auch die Berufsausbildung vor Ort ein wichtiges Anliegen. Und „bauliche Maßnahmen und Berufsausbildung stehen in engem Zusammenhang“, erklärt Anton Weber. Da ein guter Handwerker in der Ausbildung auch praktische Erfahrungen brauche, seien Bauaufträge eine absolute Notwendigkeit, um den Lehrlingen eine perfekte praktische Ausbildung zu ermöglichen. „Mit diesem dualen System, ähnlich wie bei uns in Deutschland, unterscheiden wir uns gravierend von der in frankophonen Ländern üblichen Ausbildung“, so Anton Weber. Aktuell absolvieren 129 Lehrlinge im ABCN eine Ausbildung in den unterschiedlichsten Handwerksberufen – Maurer, Schreiner, Schweißer, Installateur, Elektriker/Solarelektriker, Kfz-Mechaniker, Schneider/Hauswirtschafter, Koch und Restaurantfachkraft.

60 Hektar Wald aufgeforstet

In Bereich der Land- und Forstwirtschaft, so Anton Weber weiter, habe der Verein „Hilfe für Togo“ seit dem Jahr 2000 etwa 60 Hektar Wald mit verschiedenen afrikanischen Bäumen aufgeforstet. Das sind umgerechnet etwa 84 Fußballfelder. „Die Bewohner der angrenzenden Siedlungen sind gegen eine Erfolgsprämie sehr gerne bereit, die Flächen zu betreuen und zu pflegen“, fügt der Vereinsvorsitzende hinzu. Und dennoch: „Die landwirtschaftliche Bewirtschaftung gestaltet sich aufgrund von Dürre, Überschwemmungen, Schädlinge und Landflucht zunehmend schwieriger.“

Ein weiteres Problem in Afrika sei die Versorgung mit Nahrungsmitteln, betont Weber. „Bei einer Preissteigerungen von bis zu 80 Prozent ist vieles unerschwinglich geworden.“ Folglich seien die Anfragen für Schulspeisungen „extrem gewachsen“. Aufgrund dieser Not wolle der Verein diese Projekte weiter ausdehnen.

Gemeinsam mit einer christlich-muslimischen Frauengruppe sollen zudem elternlose Kinder unterstützt werden. Mit Nahrungsmitteln, Schulmaterialien und medizinischer Versorgung. Denn „wir haben feststellen müssen, dass viele elternlose Kinder Aufnahme bei ebenfalls sehr armen Familien finden und notdürftig mitversorgt werden“, so Anton Weber. Hier wolle sich der Verein „Hilfe für Togo“ einbringen und helfen.

Togo Fotos und Jahresbericht 2021
Togo Fotos und Jahresbericht 2021
Togo Fotos und Jahresbericht 2021
Togo verein waldstetten
Berufsausbildungen ermöglicht, Zugang zu Trinkwasser geschaffen und vieles mehr: Der Verein „Hilfe für Togo“ konnte 2021 trotz Pandemie mehrere Projekte vorantreiben und abschließen.

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