Mehr Raum für heimische Insekten

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Bewaffnet mit Minibagger und Schaufeln, rückte ein Trupp von rund einem Dutzend Frauen und Männern an, um neben dem Sportplatz in Waldstetten ein neues Biotop zu schaffen.
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Mit einem neuen Biotop beim Sportplatz will der „Verein Nachhaltige Zukunft für Waldstetten“ seiner Verantwortung für die Umwelt gerecht werden.

Waldstetten

Der noch recht junge Verein „Nachhaltige Zukunft für Waldstetten“ (Nazuwa) will sich für mehr Nachhaltigkeit in der Gemeinde Waldstetten und der Region einsetzen. Unter dem Vorsitz von Thomas Schneider möchte der Verein Maßnahmen in allen Bereichen des menschlichen Handelns fördern und umsetzen. Mit Informationsveranstaltungen zum Thema nachhaltige Energien und der Beteiligung am Stadtradeln gehe der Verein dabei in „Vorreiterstellung“ für eine sauberere Umwelt.

Heimische Pflanzen

Vor Kurzem trafen sich Mitglieder, der Radsportabteilung des TSGV Waldstetten und Gemeinderäte, um am Rande Waldstettens, hinter dem Pumptrack bei der Wohnsiedlung, ein weiteres Projekt umzusetzen. Hier soll ein Biotop als Lebensraum für heimische Insekten und Kriechtiere entstehen, die hier Schutz und Rückzugsmöglichkeiten sowie Nahrung und Wasser finden sollen.

Bewaffnet mit Minibagger und Schaufeln, rückte ein Trupp von rund einem Dutzend Frauen und Männern an, um die obere Erdschicht abzutragen. Damit soll die Fläche „abgemagert“ werden, um hartnäckige Gräser zu vertreiben und den Blühpflanzen mehr Raum zum Gedeihen zu bieten. Ein kleiner Erdwall wurde aufgetragen, rund um das neue Biotop haben die Mitstreiter heimische Heckenpflanzen gesetzt. Wichtig bei der Wahl der Pflanzen sei eine regionale Pflanzauswahl, zudem müssen alle früchtetragenden Pflanzen essbar sein, da sich in unmittelbarer Nähe ein Kinderspielplatz, der Sportplatz und der Pumptrack befinden. „So können die Kinder ohne Risiko von den Sträuchern naschen“, meint Schneider. Ewald Schuler von der Radsportabteilung des TSGV gilt als „der Pflanzenexperte“ und gab Tipps für die geeignete Fläche und Bepflanzung. Joachim Gebhardt entwarf als Mitglied des Nabu den Plan für die Fläche. Das Bestreben des Vereins für ein neues Biotop stieß in der Gemeinde auf großes Wohlwollen, die Fläche wurde in Abstimmung von der Gemeindeverwaltung zur Verfügung gestellt. Landwirt Helmut Weber, der bisher diese Ecke bewirtschaftet, zeigte sich dem neuen Biotop gegenüber sehr aufgeschlossen. Obwohl es möglichst „pflegeleicht“ sein soll, haben sich Anwohner, bevor die Heckenpflanzen gesetzt wurden, bereiterklärt „etwas nach der Fläche zu schauen“ und bei starker Trockenheit auch einmal mit der Gießkanne vorbeizukommen, freut sich Schneider.

Nicht nur reden, sondern handeln

Gemeinderat Martin Mager stellte seine „Manpower“ und Gerätschaften zur Verfügung, um die schweren Steine für den Steinwall zu transportieren, dieser soll später als Lebensraum für die Kriechtiere dienen. Der Boden soll im Frühjahr mit Blühmischungen eingesät werden.

Gemeinderat Oliver Beyn griff beherzt mit zur Schaufel, der Kommunalpolitiker sieht seine Unterstützung als unbedingt erforderlich an, es sei an der Zeit „nicht nur zu reden, sondern nachhaltig zu handeln“. Durch die Kooperation zwischen Radsportverein und Nazuwa könnten die „Kräfte gebündelt“ und „Visionen umgesetzt“ werden. Mit der Fläche werde eine „Biotopvernetzung“ zwischen der Bepflanzung am Pumptrack und dem Waldstetter Bach geschaffen „Jeder noch so kleine Fleck ist hilfreich für die heimische Artenvielfalt“ bekräftigt Beyn.

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