Waldstetten setzt vor allem auf Baulücken

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Waldstetten will vorrangig Baulücken im Innenbereich nutzen, sagt Bürgermeister Michael Rembold. Die Lebenshilfe baut auf dem Platz der Alten Post.
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Aktuell keine neuen Wohngebiete auf der grünen Wiese. Aber 2023 könnte sich das ändern.

Waldstetten. Die Nähe zur Stadt und die Nähe zur Natur und eine passende Infrastruktur vor Ort: Davon profitiert die Gemeinde Waldstetten. Das wirkt sich auf die Nachfrage an Wohnbauplätzen aus. „Wir haben zurzeit von Seiten der Gemeinde keine Bauplätze im Angebot“, sagt Bürgermeister Michael Rembold. In den vergangenen Jahren wurden Plätze in Waldstetten, Wißgoldingen und Weilerstoffel erschlossen. „Wegen der hohen Attraktivität sind die Plätze aber immer schnell weg“, so der Bürgermeister weiter. Aber neuer Wohnraum zeichnet sich ab.

Zuletzt gab es im Gebiet „Bronnforst“ 34 Bauplätze, vor allem an einheimische Bewerber vergeben. Der Hochbau ist dort abgeschlossen, lediglich Plätze, die schon in privater Hand waren, sind noch unbebaut. Die „Grabenäcker“ im Teilort Weilerstoffel wurden 2019 erschlossen, auch dort sind die Grundstücke längst vergeben, die neun Gebäude fertig oder im Bau. Zehn Plätze gab's im Holunderweg in Wißgoldingen, viele Häuser stehen, einige Baustellen sind noch in Betrieb.

Stillstand ist aber in Waldstetten nicht angesagt: „Nach dem gemeinsamen Flächennutzungsplan mit Schwäbisch Gmünd haben wir noch ausreichend Reserveflächen“, sagt Michael Rembold. Allerdings stelle das Land die Planungen auf den Prüfstand, wegen Auswirkungen aufs Klima müsse an der einen oder anderen Stelle abgespeckt werden.

Platz für 30 neue Häuser

Dennoch haben die Vorbereitungen für ein neues Wohngebiet begonnen. Gedacht ist an eine Fläche entlang des Almenwegs oberhalb der Grünfläche. Dort ist Platz für bis zu 30 Häuser. Planungen dazu laufen, ein Aufstellungsbeschluss ist aber noch nicht gefasst. Aus heutiger Sicht könnte man vielleicht 2023 darauf zugreifen. Wie das Gebiet gestaltet werden soll, darüber wird intensiv nachgedacht.

Mangel an Pflegeplätzen

„Wir haben im Ort einen Mangel an Pflegeplätzen“, sagt der Bürgermeister. Derzeit stünden in der Anlage der Stiftung Haus Lindenhof 32 Pflegeplätze zur Verfügung, insgesamt brauche die Gemeinde aber 60 bis 70 Plätze. Die fehlenden Kapazitäten könne man eventuell im Neubaugebiet schaffen, dafür müssten 4000 bis 4500 Quadratmeter vorgehalten werden. Auf den weiteren Flächen wären dann noch Reihenhäuser und Einfamilienhäuser denkbar.

Waldstetten schielt aber nicht allein auf neu zu erschließende Wohngebiete. „Die Innenentwicklung nehmen wir sehr ernst“, sagt Michael Rembold und verweist auf viele schon realisierte Projekte. Am Rechbachweg etwa entstanden auf einer ehemaligen Pferdekoppel und einem früheren Fabrikareal 55 neue Wohnungen, ganz in der Nähe von St. Johannes. Am Waldstetter Bach hat die Kreisbau 20 Wohnungen geschaffen. Auf dem Platz der ehemaligen Turnhalle gibt es 18 Wohnungen und die Vereinigte Gmünder Wohnungsbaugesellschaft (VGW) hat sich auf dem Gebiet des alten Bauhofs engagiert und 18 Wohnungen geschaffen.

Wohnen in der Ortsmitte

Wohnbau in der Ortsmitte ist für Waldstetten weiter ein Thema. Gegenüber des Rathauses soll bald neu gebaut werden. Michael Rembold: „Die Kreissparkasse verkauft ihr Gebäude und Grundstück an die Essinger Wohnbau. Dort werden dann 20 neue Wohnungen und eine Sparkasseneinrichtung entstehen. Unweit davon am Kreisverkehr sind Wohnungen für Menschen mit Handicap in der Planung. Dahinter steht die Lebenshilfe. Sie verfolgt damit weiter das Ziel, die Menschen dort unterzubringen, wo das Leben pulsiert.

Kuno Staudenmaier

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