Waldstetten: Von Baustellen und Versorgungssicherheit

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Wadstetten von der Skihütte aus
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Waldstetter Gremium befasst sich mit Frischwasser, Digitalisierung, Neubauten sowie Sanierungen.

Waldstetten. Eine der beiden Kammern im Hochbehälter Brunnengasse stammt aus dem Jahr 1930 und ist stark sanierungsbedürftig. Dieser Umstand rief die Verwaltung auf den Plan, 2019 das Ingenieurbüro Riker + Rebmann aus Murrhardt einzuschalten. Deren Mitarbeiter erstellten eine Zustandsanalyse. Diese ergab, dass sich das Volumen aller Hochbehälter auf 2100 Kubikmeter Wasser belaufe. Allerdings werden an Spitzentagen nur maximal 1925 Kubikmeter benötigt, etwa in einem sehr heißen Sommer. Zudem gebe es noch weitere Wasserreserven.

Ingenieur Christoph Boitin zog daher in der jüngsten Gemeinderatssitzung folgendes Fazit: „Die Kammer I kann ersatzlos aufgegeben werden.“ Um allerdings die Versorgungssicherheit allzeit zu gewähren, sei das Installieren einer Druckminderstation nötig – in der Größe einer Fertiggarage an der Weggabelung Kirchberg/Schlössle, einem Grundstück das im Besitz der Gemeinde ist. Dies ergebe einen Mehrwert, da auch die Einspeisung von überschüssigem Eigenwasser in die Zone dadurch möglich wird.

Zudem empfahl Boitin einen Ringschluss in der Niederdruckzone. „Durch die Druckminderstation kann von Nieder- auf Hochdruckzone geswitcht werden.“ Der Ringschluss würde bedeuten, dass im Zuge der Arbeiten auch noch 160 Meter Wasserleitung eingelegt werden. In den Graben könnten auch noch Stromkabel für Straßenbeleuchtung oder auch Leerrohre für Breitband eingelegt werden, stellte Ingenieur Boilin fest. Das Waldstetter Gremium folgte diesem Vorschlag.

Die Kostenschätzung für alle Maßnahmen liegt bei 190 000 Euro netto. Der Baubeginn für die Maßnahme soll nach den Sommerferien 2022 sein.

Digitalisierung als Erleichterung

Bereits seit 2000 nutzt die Gemeindeverwaltung das Dokumentationsmanagementsystem „Regisafe“. Seit Jahren wird aus diesem auch ein Modul genutzt, das für den Sitzungsdienst zuständig ist. In diesem werden unter anderem Sitzungsvorlagen und Einladungen an die Gemeinderäte angelegt.  Noch bis vor einem Jahr wurden alle Unterlagen ausgedruckt und mittels Amtsbotin ausgetragen oder per Post zugesandt. Aktuell flattern die Unterlagen bei den Gemeinderäten per E-Mail ins Haus.

Jetzt will man einen weiteren Schritt zur Digitalisierung gehen und ein Ratsinformationssystem (RIS) einführen. Die Gemeinderäte sprachen sich für die Anschaffung der entsprechenden Lizenzen aus. Welche Tablets hierfür genützt werden, soll noch thematisiert werden. Im Haushalt sind bereits 20 000 Euro für alles, inklusive Tablets und Schulungen sowie Softwarepflege beinhaltet.

Das Gremium war sich einig, dass man beim Thema Digitalisierung „Nägel mit Köpfen machen soll“, wie Martin Mager empfahl, und das Komplettpaket an Lizenzen erwerben solle. In 250 Kommunen im ganzen Land kommen diese bereits im Rathaus zum Einsatz. Die Lieferzeiten belaufen sich auf gut sechs Monate.  

Benedikt Traa vom Bauamt führte im Anschluss an die Sitzung die Gemeinderäte durch die Baustelle des neuen Kindergartens nahe der Schule, auch der Sanierungsfortschritt an der Schule wurde begutachtet. Ziel ist es, bis zum neuen Kindergartenjahr, das Mitte September beginnt, die Betreuungseinrichtung beziehen zu können. Bezüglich der Schule konnten die Kinder nun wieder aus den Unterrichtscontainern aus-, und in ihre zwischenzeitlich komplett sanierten Klassenzimmer einziehen. Anja Jantschik

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