Wie ein Spaziergang durchs neue Rathaus

+
So gestaltet sich in Zukunft die Empfangssituation für Bürgerinnen und Bürger, die das neue Waldstetter Rathaus aufsuchen. Visulalisierung: Drei Architekten
  • schließen

Das Waldstetter Gremium stimmt dem Baugesuch für den Rathausneubau zu und bekommt schon mal einen Eindruck vom Innenleben des Gebäudes.

Waldstetten

Zu ganz besonderen Baugesuchen gaben die Waldstetter Gemeinderäte am Donnerstag ihr Einvernehmen: den Neubau des Rathauses und den des Polizeipostens. Architekt Rainer Streule und Projektleiterin Elena Oberdörfer vom Büro Drei Architekten gingen auf Details der Planung ein.

Rund 13,9 Millionen Euro werde das neue Rathaus nach aktuellem Stand kosten – ohne Polizeiposten, der muss noch eingerechnet werden. „Das ist natürlich mehr, als vor zwei Jahren“, sagte Streule. Bereits rund 1,1 Millionen Euro seien eingespart – allerdings teils „wieder ausgefressen“ worden, etwa von den gestiegenen Kosten für Haustechnik. Insgesamt eine Preissteigerung von 16,9 Prozent. Der Baubeginn am Rathaus ist für September 2023 vorgesehen, der am Polizeiposten ein Jahr später, sagte Streule. Fertig soll alles Mitte 2025 sein. Er blieb vage, weil Bauprojekte gerade schwierig steuerbar seien.

Während der Abriss des alten Rathauses diesen September beginnen soll, müssen vom Pfadfinderhaus die Außenmauern erhalten bleiben, weil der spätere Polizeiposten baurechtsbedingt nur so dieselben Abmessungen an der gleichen Stelle behalten darf. Das Haus werde komplett entkernt, aus vier werden drei Geschosse.

Zum Rathausneubau erläuterte Elena Oberdörfer einem Rundgang gleich die Details. Etwa, dass die Tiefgarage mit 26 Stellplätzen und Fahrradabstellfläche größer als die Grundfläche des Hauses wird. Dass jeder der beiden Gebäudeteile eine eigene Erschließung bekommt. Dass die für Besucher vom Foyer über eine großzügige Treppe und einen Aufzug erfolgt. Im ersten Stock befinden sich unter anderem Büros, ebenso im zweiten, wo im nördlichen Teil das Bürgermeisterbüro ist. Mit einem Detail, das, wie Streule scherzte, wohl bis zum Schluss diskutiert werde: das „Bürgermeisterfenster“ – ein „gerahmter Ausblick“ mit Sitzgelegenheit. Wie am Polizeiposten sollen die nach Süden ausgerichteten Dachflächen „so voll es geht“, mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet werden.

Die Stimmung im Rathaus solle klassisch, elegant, aber auch leicht sein, sagte Oberdörfer, erzeugt mit „Materialien, die gut altern“: Natursteinfassade, Sichtbetonwände, Terrazzoboden, Decken mit weißer Holzverkleidung und orange-rostrote Flächen.

Als wichtiges Detail nannte Streule die Nahwärmeversorgung, an die die beiden Neubauten der Essinger Wohnbau gegenüber und die alten Schulhäuser auf dem Kirchberg angebunden werden. Ortsbaumeisterin Maren Zengerle ergänzte das „Stuifen-Areal“.

Im Herbst und Winter werde es weitere Diskussionen und Bürgerveranstaltungen geben, kündigte Bürgermeister Michael Rembold an. Er hoffe in puncto Kosten, dass der Neubau in eine Entwicklung gerate, in der die Preise sich wieder beruhigen.

Zurück zur Übersicht: Waldstetten

Kommentare