Wo in Waldstetten Schnee künftig länger liegenbleiben könnte

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In die Container auf dem Schulgelände sind drei Grundschulklassen eingezogen, im Schulgebäude laufen Sanierungsarbeiten.
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Warum im Winter nicht immer sofort überall geräumt werden kann. Und: Schulsanierung geht weiter.

Waldstetten. Winterliche Zustände musste sich der Waldstetter Gemeinderat am Donnerstagabend vor Augen führen, als er über Änderungen im örtlichen Winterdienst entschieden hat. So soll es künftig eine vierte Priorität bei der Räumung von Straßen und Wegen geben. „Das Räumen machen wir sehr gern zur Sicherheit der Bürger“, sagte Bürgermeister Michael Rembold. Jedoch müsse sich die Gemeinde „wappnen für die Zeit, wenn’s Ausfälle gibt“ - was Fahrzeuge und Mitarbeiter betrifft.

„Hier in Waldstetten wird tatsächlich alles geräumt, das ist faszinierend“, meinte Waldstettens Ortsbaumeisterin Maren Zengerle, die von ihrem Wohnort Bargau anderes gewöhnt ist. Nun müsse klar geregelt sein, welche Straßen ausfallen, wenn Menschen und Fahrzeuge für den Räumdienst fehlen, darum gibt‘s die neue Priorität vier. Welche Straßen dafür in Frage kommen, haben der stellvertretende Bauhofleiter Christian Horan und sein Team überlegt, und dabei die Neubaugebiete einbezogen, die seit 2005 dazugekommen sind. In jenem Jahr wurde zuletzt ein Räum- und Streuplan für die Gemeinde beschlossen.

Zur Priorität vier gehören „nur Nebenstraßen, die relativ eben und auch bei Schnee relativ gut zu befahrbar sind“, erklärte Horan. Außerdem Wanderparkplätze und der Stuifenrundweg. „Das entfällt, wenn wir Ausfälle haben.“

Eine Lanze für den Räumdienst

In den vergangenen Wintern haben die Räumdienste in Waldstetten und seinen Teilorten mit Ausnahme des Winters 2019/20 jeweils weit über 1000 Stunden gearbeitet, im vergangenen Winter waren es mit 64 besonders viele Einsätze, ließ sich Horans Auflistung entnehmen. Was Elisabeth Heil (CDU) dazu veranlasste, eine Lanze für die Einsatzkräfte zu brechen und an die Bürger zu appellieren: „Da muss man auch mal einsichtig sein“, wenn die Bauhofmitarbeiter am Limit sind. „Der Gemeinderat steht dahinter, wenn auch mal was nicht geräumt wird.“ Das bestätigte das Gremium mit einstimmiger Zustimmung zur Priorität vier.

Ein weiteres Thema beschäftigte sich mit dem Vorankommen, allerdings mit dem zu schnellen. So stimmte der Gemeinderat zu, dass sich die Gemeinde bei der Kreisverwaltung um zwei neue Blitzeranlagen für Waldstetten bemüht. Eine als Ersatz für den alten „Starenkasten“ in der Straßdorfer Straße, allerdings einige Meter versetzt Richtung Ortsausgang auf gemeindeeigenen Grund. Eine weitere an der Bettringer Straße auf Höhe der Gebäude 36 und 38. Während die Anlage in der Straßdorfer Straße unter ein Erneuerungsprogramm des Kreises fällt, müsste bei der zweiten das Argument tragen, dass für Waldstetten keine Ortsumgehung möglich ist, sagte Rembold. Für die zwei Anlagen wünscht sich die Verwaltung, dass sie in beiden Fahrtrichtungen die Geschwindigkeit messen.

Dass die Sanierungsarbeiten im alten Grundschulgebäude laufen, merken Beobachter daran, dass die an der Schule aufgebauten Container mittlerweile von drei Klassen mit Leben gefüllt werden. Die restlichen Grundschüler seien auf andere Räume verteilt worden, sagte Zengerle. Im Gebäude haben die Abbrucharbeiten begonnen, nun sollen die Malerarbeiten „als etwas größeres Gewerk“ bald beginnen. Der Gemeinderat stimmte dem Auftrag für rund 43 400 Euro zu.

Ebenfalls voran geht's am neuen Kindergarten an der Rosensteinstraße. Dazu stimmte der Gemeinderat dem Angebot für die Rohbauarbeiten für rund 316 222 Euro. Obwohl sie 20 000 Euro über der Kostenschätzung liegen, „ein gutes Angebot“ angesichts rasant steigender Preise, befand Architekt Martin Oettle. Der Blitzschutz fällt mit 6307 Euro rund 4300 Euro günstiger aus als geplant. Weil die jeweiligen Förderanträge noch nicht genehmigt sind, muss die Verwaltung mit der Erteilung der Aufträge noch warten. Anja Müller

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