Wie die Saat zu einer guten Ernte aufgehen kann

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Mit einem Gefühl von Heimat fing es an, 20 Jahre später blickt Waldstettens Bürgermeister Michael Rembold, hier am Neubaugebiet Bronnforst, auf viele in die Tat umgesetzte Projekte.
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Michael Rembold zieht Bilanz zu seinen bislang 20 Jahren als Waldstetter Schultes.

Waldstetten. Da sei gleich so ein Gefühl von Heimat gewesen, sagt Michael Rembold über seinen ersten Besuch in Waldstetten. 20 Jahre ist das her, dass der damalige Steinheimer Hauptamtsleiter sich überlegt hat, hier als Bürgermeister zu kandidieren. Zum Wohlfühlaspekt kam die Erkenntnis, dass sich in Waldstetten viel gestalten ließe. Diese Möglichkeit hat er bis zu seiner nun schon halb vollbrachten dritten Amtszeit gut ausgeschöpft. So wählt er für seine 20-Jahre-Bilanz dasselbe Motto wie für seine Rede zum aktuellen Haushalt: „Nur wer sät, der erntet.“

Allein die in seiner Wahlkampfzeitung vor 20 Jahren versprochenen Projekte habe er nach sechs Jahren erledigt gehabt. Was alles ging, „hätte ich so nie gedacht“. Die Generalsanierung der Stuifenhalle etwa, für die eigentlich nur ein neuer Anstrich und Reparaturen vorgesehen waren. Die aber als Großprojekt entsprechende Fördergelder bekam und nun seit rund 20 Jahren keine Überholung mehr gebraucht habe. Oder der Neubau von Feuerwehrhaus und Bauhof an einem gemeinsamen Standort, was nur eine statt zwei Erschließungen nötig machte und Synergien wie die gemeinsame Nutzung einer Waschhalle für Fahrzeuge brachte.

Abgeschriebenes erhalten

Stolz ist Rembold auch, dass auf seine Initiative das Schulhaus Eisele, das viele schon abgeschrieben hatten, als Bürgerhaus mit Gemeindebücherei und Platz für Musikschule, Vereine, Kultur und standesamtliche Trauungen erhalten wurde.

Infrastruktur für Betreuung und Bildung nimmt ebenfalls viel Raum in Rembolds Arbeit ein. Der Ausbau der Hauptschule zur Gemeinschaftsschule und damit der Erhalt der weiterführenden Schule in Waldstetten, Schulerweiterungs- und Mensabau ebenso wie die Einführung der Schulsozialarbeit und der Grundschulferienbetreuung. Alle Kindergärten in der Gemeinde wurden ausgebaut und saniert und für die Betreuung der Kleinsten sorgt etwa der von der Verwaltung unterstützte Verein „Rentenretter“.

„Das Markenzeichen von Waldstetten“, die lebendige Ortsmitte mit Geschäften, Apotheke, Ärzten und Treffpunkten wie dem Generationenpark ist eine Aufgabe, die Rembold von seinem Vorgänger Rainer Barth übernommen und weitergeführt hat. Stolz ist der Bürgermeister auch auf die Quartiersarbeit, die Waldstetten als eine von nur wenigen Kommunen im Ostalbkreis habe. So sind mit dem tatkräftigen Einsatz von Quartiersmanagerin Magdalene Rupp etwa in Wißgoldingen das Dorfmärktle und ein Gemeindetreff entstanden.

Ein Blick in die Zukunft

Bereits jetzt könnte Rembold Projekte für die kommenden 15 Jahre benennen. Dazu gehört der Rathausneubau, der, wenn die Finanzen das in der pandemiebedingt schwer einschätzbaren Situation zulassen, im September 2022 beginnen soll. Und: „Wir brauchen ein zweites Pflegeheim.“ Waldstetten habe den doppelten Bedarf der aktuell vorhandenen 32 Vollzeitpflegeplätze. Ebenso brauche die Gemeinde einen weiteren Kindergarten. Und die Gemeinde will sich „beim Klimaschutz auf den Weg machen“, unter anderem durch die Förderung des Radverkehrs mit entsprechendem Wegenetz und mit einem gemeinsamen Nahheizwerk fürs neue Rathaus, das geplante Wohnprojekt am Kreissparkassenstandort, den Lebenshilfe-Neubau an der Alten Post und die Schulhäuser auf dem Kirchberg.

Was nie in Frage kam

Bei so viel Erfolg liegt das Streben nach Höherem nahe. „Ich hatte Anfragen aus größeren Gemeinden und Städten, aber das kam für mich nie in Frage“, sagt Rembold. Er sei „kein politischer Bürgermeister“, ihm geht's um das Zusammenwirken. Darum erkennt Rembold an, dass seine Saat so gut aufging, weil die Arbeit im Zusammenspiel von Verwaltung, Gemeinderat und Bürgern stets auf gegenseitiges Verständnis und Miteinander ausgerichtet sei. Er ist überzeugt: Um so viel hinzubekommen, „da ist ein Bürgermeister viel zu wenig“. Anja Müller

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