Wo es in Waldstetten kalt werden könnte

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Kritischer Bereich, weil von einem Bockheizkraftwerk erwärmt: das Stuifen-Areal in Waldstetten mit Schulen und Hallenbad, außerdem Stuifen- und Schwarzhornhalle.
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Gasknappheit erfordert Sparmaßnahmen und Überlegungen für den Notfall.

Waldstetten. Wie und wo kann in Waldstetten geheizt, wo gespart werden? Diese Frage beschäftigte den Gemeinderat am Donnerstag. An dem Tag, an dem klar wurde: Es fließt nach der Wartung wieder Gas durch die deutsch-russische Pipeline Nordstream I. Dass sich die Situation täglich ändern könne, sei zu beachten, sagte Bürgermeister Michael Rembold. Vor Wochen habe er im Gremium gesagt, Kindergärten und Schulen gehören nicht zu den geschützten Bereichen. Das sei nun anders, „aber wir sind nicht im sicheren Bereich“. Vielmehr gelte: „Wir müssen uns über alles Gedanken machen.“

Der „kritische Bereich“ sei das ans Blockheizkraftwerk angeschlossene „Stuifen-Areal“ mit Stuifenhalle, Gemeinschaftsschule und Hallenbad, dazu die alten Schulhäuser auf dem Kirchberg sowie die Franz-von-Assisi-Schule, die mit Gas beheizt werde. Glücklicherweise werde der überwiegende Teil der öffentlichen Gebäude anders versorgt, das alte Rathaus sei außer Betrieb. Und: „In Wißgoldingen haben wir gar kein Problem“, sagte Rembold. Gasknappheit ist das eine, Energiekosten das andere. „Die Holzpelletspreise gehen auch gerade durch die Decke“.

Der Ukrainekrieg beschleunige den Ausstieg aus den fossilen Energien, stellte Andreas Steidle fest, der als Leiter Netzte der Stadtwerke Schwäbisch Gmünd die Situation aus Sicht des Energieversorgers darstellte. Die 40 Prozent der vollen Kapazität an Gas, die aktuell über Nordstream I ins Land kommen, reichten nicht, um die Speicher vor dem Winter zu füllen, rechnete er vor. Geschützte Kunden seien Privathaushalte und Kleingewerbe, alle Bildungseinrichtungen und Pflegeeinrichtungen, ungeschützte größere Bürogebäude und Hallen. Die fehlenden 60 Prozent mussten teuer gekauft werden, dafür werde es wohl eine Umlage auf alle Verbraucher geben. Momentan koste Gas den fünf- bis sechsfachen Preis wie vor dem Ukrainekrieg, ähnlich sei es beim Strom.

„Wo kann man einsparen?“, habe sich die Verwaltung bereits gefragt, sagte Rembold. Es könne sein, dass Stuifenhalle und Hallenbad außer Betrieb genommen werden oder zumindest die Wassertemperatur im Bad reduziert werde. Das Freibad sei außen vor, verfüge über Solarthermie und Photovoltaik. Sparpotenzial bestehe auch bei Straßenbeleuchtung, unter Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten. In der Schwarzhornhalle dürfe es „ruhig ein bisschen frösteln“. Doch: „Wenn wir‘s steuern könnten, wären Kindergarten und Schulen außen vor.“

Christian Bundschuh (FWV) sprach ein „Horrorszenario“ an: dass das Gasnetz viele Wochen zum Wiederanlaufen brauche, wenn es einmal leer ist - Steidle bestätigte. Michael Weber nannte für die CDU-Fraktion wichtige Punkte: Energie sparen. Schulbetrieb aufrecht erhalten. Und Krisenpläne. Mit einem Nein beantwortete Steidle seine Frage, ob die Bürger schon sparen - „weil die hohen Preise noch nicht angekommen sind“.

Die Kommunen stimmen sich mit dem Landrat ab, meinte Rembold zum Thema Krisenstab. Bei Bedarf solle es etwa Wärmehallen geben, in der Gemeinde die Kaiserberghalle und die Feuerwehrhalle. „Dass es soweit kommt, wünschen wir und nicht.“ ⋌Anja Müller

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