Jetzt werden Zecken aktiv

AOK Ostwürttemberg rät zur Impfung gegen FSME
  • Wer im Garten werkelt, sollte eine Zecken-Impfung in Betracht ziehen, so die AOK-Ostwürttemberg. Foto: AOK Ostwürttemberg
Steigen die Temperaturen, werden die Zecken wieder aktiv. Bei einem Biss können sie potentiell lebensbedrohliche Krankheiten übertragen. Die AOK Ostwürttemberg empfiehlt daher die FSME-Impfung, da Ostwürttemberg laut Robert-Koch-Institut (RKI) ein Risikogebiet ist.

Aalen/Schwäbisch Gmünd. Zecken leben im Gras oder in Büschen und heften sich von dort an ihre nichtsahnenden Wirte. Haben sie einen gefunden, beginnen sie damit, ihrem Wirt Blut abzuzapfen. Problematisch wird dies für den Menschen, wenn die Zecken dabei Krankheitserreger übertragen: Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die häufiger auftretende Lyme-Borreliose.

Eine Erhebung der AOK Ostwürttemberg zeigt, dass die Lyme-Borreliose in den vergangenen fünf Jahren zwischen 684 und 798 Fälle pro Jahr unter den AOK-Versicherten schwankte. 2017 waren 780 AOK-Versicherte daran erkrankt – 260 Personen im Landkreis Heidenheim, 520 Betroffene im Ostalbkreis. Tendenz weiter steigend.

Bei der FSME sind es wesentlich weniger Fälle zu verzeichnen, doch im Vergleich zu Borreliose kann diese zu einer Hirnhautentzündung führen, an der Menschen sterben können oder danach schwer behindert sind.

2018 meldeten die beiden Gesundheitsämter in der Region für den Ostalbkreis sechs und einen Fall für den Landkreis Heidenheim. In ganz Baden-Württemberg waren es laut Landesgesundheitsamt 288 Fälle, bundesweit 583.

Gegen Borreliose gibt es keinen Impfschutz, aber dafür eine meistens gut anschlagende Antibiotikabehandlung. Bei FSME kann man nur mittels Impfung sich schützen. Gerade für Baden-Württemberg wird dies von der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts angeraten, da das Bundesland als FSME-Risikogebiet eingestuft wird. Zitat aus dem aktuellen RKI-Bulletin: "Die Mehrzahl (98 Prozent) der 2018 gemeldeten FSME-Erkrankten war gar nicht oder unzureichend geimpft. Ein hoher Anteil der auftretenden FSME-Erkrankungen könnten also durch eine Steigerung der Impfquoten insbesondere in Risikogebieten mit hoher FSME-Inzidenz verhindert werden."

Derzeit sind allerdings nur rund 20 Prozent aller Baden-Württemberger gegen FSME geimpft.

Lyme-Borreliose wird durch Bakterien verursacht, daher lässt sie sich meistens gut mit Antibiotika behandeln.

Bei der FSME sieht dies anders aus. FSME ist eine Viruserkrankung und als solche sind nur die Symptome behandelbar, gegen die eigentliche Grunderkrankung gibt es keine Therapie. Kommt es zu einer Infektion durch ein FSME-Virus kann es zu grippeähnlichen Beschwerden, wie Fieber oder Kopfschmerzen kommen.

Bei etwa 70 Prozent der Erkrankten zeigt FSME zunächst überhaupt keine Anzeichen einer Infektion. Die restlichen 30 Prozent leiden unter erkältungsähnlichen Symptomen. Während die Krankheit bei einem Großteil der Betroffenen nach der ersten Phase ausheilt, treten etwa zehn Prozent in das zweite, gefährliche Stadium der Krankheit ein: die FSME manifestiert sich in einer Gehirnhautentzündung, die starke Schmerzen und Lähmungen, im schlimmsten Fall sogar potentiell tödliche Lähmungen der Atemwege hervorrufen kann.

Eine FSME-Impfung wird von der Krankenkasse übernommen. Die AOK Ostwürttemberg rät allen Menschen, die sich oft in die Natur begeben, sich impfen zu lassen.

Wie schützt man sich effektiv gegen Zecken?

  • Im Freien am besten lange Hosen und Oberteile mit langen Ärmeln tragen
  • Auf weißer Kleidung erkennt man die Tiere gut und kann sie schon vor dem Biss entfernen
  • Nach Spaziergängen in Wald und Wiesen den eigenen Körpern nach Zecken absuchen und nach Rötungen schauen.
  • Sofern möglich, Büsche und Wiesen vermeiden.
  • Der effektivste FSME-Schutz ist die Impfung, so die AOK
  • Eine Zeckenzange zum Entfernen sollte jeder in seinem Erste-Hilfe-Set haben.

Zur Erhebung der Zahlen:Basis der Erhebung sind die zurzeit über 172 000 Versicherten der AOK Ostwürttemberg. Mit einem Marktanteil von 43 Prozent ist somit fast jeder Zweite gesetzlich Versicherte in der Region damit berücksichtigt.

© Schwäbische Post 13.03.2019 08:03
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