Baden-Württemberg schließt Schulen und Kitas

Die Stadt Aalen schließt Betreuungseinrichtungen für Kinder bereits ab Montag, 16. März. 

Stuttgart. Das Land Baden-Württemberg hat am Freitag, 13. März entschieden, flächendeckend Kitas und Schulen ab Dienstag, 17. März, zu schließen. In Abstimmung mit dem Landratsamt und den Trägern der Betreuungseinrichtungen wird die Stadt Aalen bereits am Montag, 16. März, alle Kitas im gesamten Stadtgebiet Aalen schließen. Diese Regelung gilt bis zum Ende der Osterferien am 19. April. 

Die Stadt Aalen richtet zeitgleich gemeinsam mit den anderen Trägern der Kinderbetreuung eine Notfallbetreuung ein. Diese Notfallbetreuung ist ausschließlich Eltern mit einer Beschäftigung im Gesundheitswesen vorbehalten, wenn diese keine alternativen Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder haben. „Damit soll gewährleistet werden, dass unser Gesundheitssystem vor Ort voll funktionsfähig bleibt“, sagte OB Thilo Rentschler nach der Entscheidung im Verwaltungsstab der Stadt. 

Bezüglich der Schulschließungen hält sich die Stadt Aalen an die Vorgaben des zuständigen Kultusministeriums. Alle städtischen Schulen sind am Montag, 16. März, geöffnet. Die städtischen Betreuungsangebote in den Schulen finden am Montag, 16. März, planmäßig zu den üblichen Zeiten statt. 

Das Amt für Soziales, Jugend und Familie hat über das Wochenende ein Kontakttelefon eingerichtet, an das sich Eltern, die im Gesundheitswesen arbeiten und ab Montag für ihre Kinder eine Notfallbetreuung benötigen, wenden können. Auf dieser Nummer kann die Notfallbetreuung verbindlich vereinbart werden.

Kontaktzeiten sind am Samstag, 14. März, und Sonntag, 15. März, jeweils von 9 bis 15 Uhr.

Die Nummer des Kontakttelefons lautet: 07361 52-1052 

Wichtiger Hinweis:

Bitte prüfen Sie als betroffene Eltern vor Anfrage einer Notfallbetreuung bei der Stadt Aalen folgende Fragen:

  •  Haben Sie in Ihrem persönlichen Umfeld alternative Betreuungsmöglichkeiten für Ihr Kind (anderes Elternteil, Verwandtschaft, Nachbarschaft …)?
  • Gibt es Möglichkeiten seitens Ihres Arbeitgebers, damit Sie die Betreuung Ihres Kindes sicherstellen können (beispielsweise Anpassung des Dienstplans etc.)?    

 

"Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation, wie wir sie bislang nicht erlebt haben", sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Kern der Maßnahmen sei es, die Zahl der Infektionsraten zu verlangsamen, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Deshalb brauche es umfassende und tiefgreifende Maßnahmen, so Kretschmann, um das öffentliche Leben so weit wie möglich einzuschränken.

Ab dem kommenden Dienstag, 17. März, bis zum Ende der Osterferien werden alle Schulen und Kindertagesstätten im Land geschlossen. Außerdem werden Veranstaltungen mit mehr als 100 Besucher in geschlossenen Räumen untersagt. Kretschmann wirbt für Home-Office-Regelungen im Land. Die Zahl der Intensivbetten im Land werde erhöht. "Wir werden alle auf gewisse Dinge verzichten müssen, die wir gerne machen", sagte Kretschmann, der sich bei den Ärzten, Pflegern und Mitarbeitern der Behörden bedankte.

Kultusministerin Susanne Eisenmann betonte, dass die Maßnahmen alle Schulen und Kitas betreffen - öffentliche und private. 1,5 Millionen Schülerinnen und Schüler und knapp 400.000 Kinder in der Betreuung sind davon betroffen. Dies gelte erst ab Dienstag, um einen geordneten Übergang zu gewährleisten. Keinem Schüler soll dadurch ein Nachteil entstehen, versicherte Eisenmann.

Aktuell gibt es 454 Corona-Fälle in Baden-Württemberg. Stuttgart schließt alle Clubs und Bars, Museen und Bäder. Gesundheitsminister Manfred Lucha hat im Vorfeld der Kabinettssitzung erklärt, dass es ab sofort keine Besuche in Pflegeheimen und Krankenhäusern geben soll. Seit Freitag gilt in Stuttgart fast flächendeckend ein Besuchsverbot in Krankenhäusern. Betroffen sind das Klinikum Stuttgart, das Robert-Bosch-Krankenhaus, das Marienhospital, das Diakonieklinikum und die SANA-Krankenhäuser. 

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© Schwäbische Post 13.03.2020 18:06
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