Von Gartenschau zu Gartenschau

Tour vierzehn Diese Tour zwischen Rems- und Filstal verbindet zwei ehemalige Gartenschau-Areale: in Rechberghausen und Schwäbisch Gmünd. Eine Runde mit viel Grün und wenig Verkehr – nicht nur für Gartenfreunde.

Schwäbisch Gmünd

Auf dem Kaisersträßle

Es geht los am Bahnhof in Lorch, wir fahren wir in Richtung Beutental. Kurz vor dem Wald biegen wir rechts ab. Jetzt beginnt schon der längste Anstieg der Tour. Halb so schlimm, die Kräfte sind noch unverbraucht und die lang gezogenen Serpentinen im Wald sind der bequemste Anstieg von Lorch auf den Höhenzug südlich des Remstals. Nur die letzten 250 Meter, wenn wir aus dem Wald herauskommen, sind kurz unangenehm steil.

Am Rand des Hetzenhof-Golfplatzes entlang radeln wir nun westwärts, erst durch Oberkirneck, dann nach Unterkirneck. Dort weg vom Autoverkehr, links ab in den Ort, nun folgen wir der Radweg-Beschilderung.

Von Unterkirneck, den Golfplatz zur Linken, geht’s leicht aufwärts, das Straßendorf Rattenharz umkurven wir an der Südseite auf ruhigem Feldweg. Beim Friedhof/Wasserturm biegen wir wieder auf die (wenig befahrene) Autostraße ein nach Brech, dort folgen wir dem Radweg Richtung Schorndorf. Wir sind jetzt auf dem Kaisersträßle, das so etwas wie die „Schurwald-Hochstraße“ ist – es folgt fast eben dem Schurwaldhöhenzug.

Die ruhige Straße ist eine zurecht beliebte Route bei Radlern, weil sie viel Natur und kaum Autoverkehr und Steigungen mit sich bringt. Wer will, könnte nun auf den Höhen des Schurwalds sogar so weit radeln, dass er auf Stuttgart hinunterschauen kann .

Rast in Rechberghausen

Am Kalksteinwerk verlassen wir die ausgeschilderte Richtung Schorndorf, fahren nun auf Adelberg zu, das wir aber links liegen lassen. Dem Radweg folgen (kurz nach Norden, dann über die Landesstraße). 500 Meter nach dem Überqueren der Straße geht es links ab und abwärts zum Herrenbachstausee. Nun führt ein schöner schattiger Radweg durchs Kohlbachtal bis zur Zachersmühle knapp zweieinhalb Kilometer abwärts. Ein Radgenuss, am meisten an heißen Sommertagen, wenn die Waldkühle des Fahrtwinds willkommen ist. Im Tal, kurz vor der Bundesstraße, sind es noch ein paar hundert Meter nach rechts bis Rechberghausen. Dort geht’s auf die ehemalige Bahntrasse, die nun Radweg ist - der einen direkt zum Gartenschaugelände führt, das mit Bach, Weiher und einem darüber thronenden Aussichtsturm (geöffnet an Wochenende, Feiertagen und in den Ferien) schön angelegt.

Auf der Klepperlestrasse

Von Rechberghausen halten wir uns nach rechts auf dem Radweg, der bis nach Schwäbisch Gmünd führt. Es ist im althergebrachten Gmünder Volksmund die „Klepperles-Trasse“ – nach dem Spitznamen, den die dort bis 1984 bestehende Bahnverbindung hatte.

Die Route ist gut frequentiert – und hat an einigen Stellen mit Risse im Asphalt, auf die man aufpassen sollte (je schmaler die Reifen, desto mehr).

Eine im besten Fall nette Sehenswürdigkeit, im schlimmeren Fall, wenn man technische Probleme am Rad hat, eine sehr nützliche Hilfseinrichtung, ist die SB-Radstation vom ADFC, die am Rand der Strecke in Wäschenbeuren Werkzeuge und eine Pumpe bereithält.

Gartenschaustadt Gmünd

Von Rechberghausen nach Gmünd, also von Gartenschau zu Gartenschau, sind es knapp 20 Kilometer.

In Wäschenbeuren, nach einem Drittel dieser Teilstrecke, geht die Steigung zu Ende, dann wird’s weitgehend eben bis Straßdorf, wo der sanfte Sinkflug nach Gmünd beginnt. Dort können wir der Stauferstadt schön auf die Dächer schauen; es geht stets sanft abwärts bis zur Rems. In Gmünd fahren wir Richtung Bahnhof und erreichen automatisch Teil zwei unserer Gartenschau-Runde: den „Erdenreich“-Teil des Areals der Landesgartenschau 2014.

Zum Ausrollen bestens geeignet ist der noch rund neun Kilometer lange Rückweg zum Startort Lorch das Remstal runter – am besten nördlich vom Gmünder Bahnhof talabwärts starten.

Die Tour im Überblick

Dauer: 3 Stunden

Schwierigkeit: leicht/mittel

Start/Ziel: Bahnhof Lorch

Daten: 53 Kilometer, 610 Höhenmeter, 10 Prozent Schotter/90 Prozent Asphalt

Streckenverlauf: Lorch – Oberkirneck – Rattenharz – Breech – Herrenmühle – Rechberghausen – Wäschenbeuren – Straßdorf – Schwäbisch Gmünd – Lorch

Kondition: Einen mittelschweren Berg, 150 Höhenmeter am Stück von Lorch hoch zum Golfplatz Hetzenhof, muss man sich zutrauen, wenn man die Tour fahren will. Der Rest ist Genussradeln, das auch ohne E-Bike Freunde macht.

Landschaft: Weitblicke und Gartenlandschaften, das macht diese Runde aus. Zwischen den beiden früheren Gartenschau-Arealen in Gmünd und Rechnberghausen geht es durch eine grüne Kulturlandschaft – mit gepflegtem Golfrasen, einer Christbaumschonung, Spalierobst, Gärtnereinfeldern. Den Panoramablick auf zig Kilometer Albrand von Kirchheim bis Aalen kann man auf der Hochebene zwischen Oberkirneck und Adelberg genießen.

Sehenswürdig: die zwei Gartenschau-Areale in Gmünd und Rechberghausen

Ziele, für die sich ein Umweg lohnt: Kloster Lorch, Kloster Adelberg

Einkehr: reichlich Cafés und Gasthäuser in Rechberghausen und vor allem in Gmünd; direkt an der Radtrasse: Biergarten zum Stadtwirt in Straßdorf

Extra-Tipp: Klingt gewagt, aber kann man als Langstrecken-Liebhaber durchaus angehen: Von der Hochebene bei Ziegelhau sind es nur gut 25 Kilometer bis zum Kernenturm, einem beliebten (und am Wochenende sehr belebten) Ausflugsziel auf den Höhen des Schurwald am Rande von Stuttgart.

Oder zum Kloster Lorch: Wer’s eine Nummer kleiner mag, der kann die Landesgartenschau-Stadt Gmünd rechts liegen lassen und zum Abschluss im Kloster Lorch einkehren. Schöner Klostergarten, tolle Lage mit Panoramablick über dem Remstal.

Die GPS-Daten zum Download:

© Schwäbische Post 31.07.2018 13:54
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