Leitartikel Dieter Keller zum Tag der Arbeit

Im Ritual erstarrt

Vor genau 100 Jahren war der 1. Mai in Deutschland erstmals ein gesetzlicher Feiertag. Die Weimarer Republik reagierte damit auf die immer schärfer werdenden Klassenkämpfe, die die junge Demokratie zu zerreißen drohten. Auf nationaler Ebene blieb der Feiertag erst einmal ein einmaliges Ereignis. Inzwischen ist der „Tag der Arbeit“ seit Jahrzehnten arbeitsfrei, ein angenehmes Zeugnis dieser wilden Zeit. Doch die Maifeiern, zu denen die DGB-Gewerkschaften einladen, sind zu einem zahmen Ritual erstarrt. Es gehört sich halt, die roten Fahnen herauszuholen, durch die Straßen zu ziehen, ein paar flammende Reden zu halten und einen Klassenkampf
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