„Moderne, westliche Propaganda“

Die Serie „Chernobyl“ überzeichnet die Wirklichkeit von 1986 einige Male, aber sie verdreht sie nicht. Trotzdem empören sich russische Kritiker immer lautstärker über zu wenig Heldentum in dem Film.
Manche Szenen sind arg pathetisch. Da baut sich ein Minister, flankiert von zwei Soldaten mit gezückten Kalaschnikows, vor 50 kohlschwarzen Kumpeln in der Grubenstadt Tula auf, um sie zum Sondereinsatz an einen unbekannten Ort zu befehlen. Die weigern sich grimmig, der Minister gibt zu, es gehe nach Tschernobyl, wo die Bergarbeiter nach dem GAU verhindern sollen, dass Radioaktivität ins Grundwasser gelangt. Die Männer sind sofort bereit, auf die wartenden Lastwagen zu klettern, klopfen aber vorher mit ihren schmutzigen Pranken den hellblauen Anzug des Apparaschtschiks schwarz. Die amerikanisch-britische TV-Serie „Chernobyl“ macht
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