Wespels Wort-Wechsel

Von Mails und mails

Manfred Wespel über eine beharrliche Kleinschreibung

Martin Luther hat seine Bibelübersetzung immer wieder überarbeitet, und man kann dabei eine erstaunliche Entdeckung machen. So hat er in der Geschichte über die Geburt Jesu in der Fassung von 1522 in einem Satz ein Substantiv und einen Namen groß geschrieben (Engel, Bethlehem), in demselben Text 1545 aber schon alle fünf Substantive groß.

„Last uns sehen die geschicht, die uns der herr kund than hat“ (Luther, 1522)

Bis ins 15. Jahrhundert hinein hat man im Deutschen alle Wörter außer den Namen klein geschrieben. Damals wurde es, wie das Beispiel Luther zeigt, Mode, die Substantive groß zu schreiben, und heute gilt das

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