Wespels Wortwechsel

Ideologie – bitte mit ohne

Manfred Wespel über einen Begriff, zu dem es keine gemeinsame Idee gibt.

Mit einem Wort wie „Baum“, „kalt“ oder „sägen“ verbinden wir alle weitgehen dieselbe Bedeutung, weil ihnen der Wahrnehmungen leicht zugängliche Objekte, Eigenschaften oder Handlungen zugrunde liegen. Wir haben von „Baum“ ein Urbild, eine Idee würde Plato sagen, die bei allen gleich ist. Anders ist das bei einem abstrakten Begriff wie Gerechtigkeit oder Ideologie; da gibt es kein gemeinsames „Urbild“. Grundlage ist ein griechisches idea (Gestalt, Gedanke, Vorstellung), und unter Ideologie verstand man Ende des 18. Jh. die Lehre bzw. Wissenschaft von den gesellschaftlichen Leitvorstellungen.

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