Zehntausende Passagiere bleiben am Boden

In Stuttgart fällt die Hälfte der Flüge aus. Verbraucherschützer fordern, die Passagiere besser über ihre Rechte aufzuklären.
Ein Warnstreik an drei großen deutschen Flughäfen hat zu hunderten Flugausfällen geführt. Die meisten Sicherheitsleute an den Standorten Stuttgart, Düsseldorf und Köln/Bonn folgten dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi zu einer ganztägigen Arbeitsniederlegung. Damit untermauerten sie ihre Forderung nach einer deutlich besseren Bezahlung. Mehr als 600 Starts und Landungen fielen aus – allein in Stuttgart waren es 142 von 275. Verdi zeigte sich zufrieden, die Beteiligung an der Arbeitsniederlegung sei sehr hoch gewesen.

Verdi fordert für die 23 000 Kontrolleure von Passagieren, Fracht, Waren und Flughafen-Beschäftigten eine bundesweit einheitliche Bezahlung von 20 Euro pro Stunde. Das wäre ein Plus im teilweise hohen zweistelligen Prozentbereich. Die Arbeitgeber halten das für unrealistisch, sie bieten ein Plus von bis zu 6,4 Prozent. Falls es in der nächsten Verhandlungsrunde am 23. Januar keine Einigung gibt, drohen weitere Streiks.

Verbraucherschützer fordern, dass Airlines die Passagiere künftig besser über ihre Rechte aufklären. „Eigentlich sind sie auch dazu verpflichtet. Aber sie kommen dieser Aufgabe nicht in ausreichendem Umfang nach“, sagte Felix Methmann vom Verbraucherzentrale Bundesverband der SÜDWEST PRESSE. Die Unternehmen müssten kundenfreundlicher werden – „etwa indem sie in den Flughäfen per Plakat auf die Verbraucherrechte hinweisen oder indem sie die Kunden per Mail oder SMS informieren“. Bei Streiks wüssten die Unternehmen in der Regel vorher, was auf sie und die Passagiere zukommt. Methmann fügte hinzu: „Weigern sich die Fluggesellschaften dauerhaft, ihren Informationspflichten nachzukommen, muss die EU ihre Gesetze nachschärfen.“ Kundenfreundlich wäre es darüber hinaus, wenn eventuelle Ausgleichszahlungen automatisch auf die Kundenkonten überwiesen würden. „Die Angaben können sich die Unternehmen ja besorgen.“ (mit dpa)

Leitartikel Seite 2
© Südwest Presse 11.01.2019 07:46
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