E-Währung

Digitaler Euro: Was ist geplant und was soll das im Vergleich zum Bargeld bringen?

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Die Deutschen hängen an ihrem Bargeld.
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Die Europäische Zentralbank arbeitet an einem Konzept – in wenigen Jahren will sie den digitalen Euro einführen.

  • Der E-Euro könnte später einmal das Bargeld digitalisieren.
  • Das digitale Zentralbankgeld unterscheidet sich von Kryptowährungen oder Online-Banking.
  • Die EZB arbeitet an einem Konzept – in wenigen Jahren will sie den digitalen Euro einführen.

Die Deutschen hängen an ihrem Bargeld. Doch mit dem immer stärker werdenden Online-Handel wurde digitales Geld zunehmend wichtiger. Seit der Corona-Krise verzichten immer mehr Menschen auf Münzen und Scheine. Dabei ist Bargeld das sicherste Zahlungsmittel – in ferner Zukunft soll es das auch digital geben. Wie geht das?

Der digitale Euro ist so sicher wie Bargeld

Kaum noch jemand bunkert sein Geld unter der Matratze – dabei ist kein Zahlungsmittel so stabil und sicher wie Bargeld. Um es auf moderne Standards zu erheben, hat die Europäische Zentralbank im Juli 2021 beschlossen, ein Konzept für den E-Euro auszuarbeiten. Dieses digitale Zentralbankgeld befindet sich dann nicht mehr im Portemonnaie, sondern in einem digitalen Geldbeutel, dem sogenannten „Wallet”. Der könnte als App aufs Handy geladen werden. Dort besitzt der E-Euro die gleichen Eigenschaften wie reale Münzen und Scheine: Jeder Händler muss ihn annehmen und er ist von der Europäischen Zentralbank gesichert. Das bedeutet, dass er im Wert stabil bleibt. Im Gegensatz zum klassischen Bargeld kann digitales Geld dagegen nicht so leicht gestohlen werden.

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E-Euro: Der Unterschied zu Kryptowährung und Online-Banking

Auch wenn das Prinzip des digitalen Euros sehr vertraut klingt: Er unterscheidet sich wesentlich vom bisherigen Online-Banking, aber auch von Kryptowährungen.

  • Online-Banking und Kartenzahlung stellen keinen direkten Geldtransfer von einer Person zu einer anderen dar. Es wird lediglich die Erlaubnis erteilt, dass die Bank Geld an jemanden überweisen darf. Daher dauert es in der Regel einige Tage, bis die Bezahlung abgewickelt ist. Der E-Euro ist im Grunde von den Banken losgelöst und funktioniert in Echtzeit. Das bedeutet auch: Er ist zinsfrei und kostet keine Negativzinsen. Außerdem ist er sicher, falls eine Bank pleite geht.
  • Im Gegensatz zu Kryptowährungen wie Bitcoin wird der E-Euro allerdings über die Europäische Zentralbank gesteuert. Das macht ihn genauso sicher wie echtes Bargeld.

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Digitaler Euro: Einführung in drei Jahren geplant

Die Rahmenbedingungen sind bisher noch unklar. Die Europäische Zentralbank steht noch vor einigen Fragen und Herausforderungen, bevor sie den digitalen Euro einführen kann. Der größte Knackpunkt: Wie kann die Abwicklung sicher gestaltet werden? Viele Nutzer befürchten, dass sie nicht mehr länger anonym bezahlen können. Gleichzeitig ist es für die Behörden wichtig, Transaktionen nachvollziehen zu können, um beispielsweise Geldwäsche aufzudecken. Zudem soll der digitale Geldbeutel gedeckelt werden. Im bisherigen Konzept ist von einer Obergrenze von 3.000 Euro die Rede. Was passiert, wenn ein Bürger zusätzliches Geld erhält? Auch die technische Umsetzung ist noch nicht entschieden – zur Auswahl steht das Bezahlsystem Target Instant Payment Settlement (TIPS), aber auch Blockchain, das für Kryptowährungen eingesetzt wird. All diese Fragen müssen zeitnah geklärt werden – denn frühestens 2026 will die Europäische Zentralbank den E-Euro einführen. (lst) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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