Verbraucherschutz

Mineralwasser in der Gastronomie: Hierauf sollten Sie im Restaurant bestehen

Haben Sie schon einmal versucht, in einem Restaurant ein Glas Mineralwasser zu bestellen? Und haben Sie eins bekommen? Dann ist etwas ziemlich schief gelaufen!

Mineralwasser wird in Deutschland stark reguliert. Wie es serviert werden darf und vieles mehr rund ums Trinkwasser bestimmt die Mineral- und Tafelwasserverordnung. Und die schreibt vor: Mineralwasser darf in Restaurant, Café und Kneipe nur aus verschlossenen Flaschen serviert werden.

Was ist eigentlich Mineralwasser? 

Die strenge Regel zum Mineralwasser ist nicht reine Bürokratie. Tatsächlich geht es bei der Verordnung um den Schutz eines hochwertigen Naturprodukts: Mineralwasser wird aus unterirdischem Wasserverkommen und aus Quellen gewonnen. Es muss vor Verunreinigungen geschützt werden und „ursprünglich rein” sein. Es zeichnet sich durch seine Mineralien und Spurenelemente aus – und die sind wichtig für die gesunde Ernährung. 

Die Mineralien kommen ins Wasser*, weil Regenwasser über eine lange Zeit durch verschiedene Gesteins- und Erdschichten sickert. Dabei wird das Wasser nicht nur gefiltert, sondern auch mit Mineralstoffen und Kohlensäure angereichert. Mineralwasser ist deswegen für seine Zusammensetzung begehrt. Wer es in Deutschland vertreiben möchte, muss das Wasser direkt an der Quelle in Flaschen abfüllen und braucht eine amtliche Anerkennung des Wassers. Beides schreibt die Mineralwasserverordnung vor. Kaufen Sie im Supermarkt Wasser, das als Mineralwasser ausgezeichnet ist, ist Ihnen seine Sauberkeit und Gesundheit garantiert.

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Mineralwasser in der Gastronomie: nur in der Flasche

Die Versicherung und diesen Schutz sollen Sie auch im Restaurant und anderen Gastbetrieben haben. Und deswegen steht in der Verordnung in § 7: Wasser darf nur in „bestimmten Fertigpackungen in den Verkehr gebracht werden”. Diese Verpackungen „müssen mit einem Verschluß versehen sein, der geeignet ist, Verfälschungen oder Verunreinigungen zu vermeiden.” 

Und das ist der Grund, wieso ein guter Gastronom Ihnen niemals ein Glas Mineralwasser serviert: Sehen Sie nicht, dass das Wasser aus einer verschlossenen Verpackung kommt, könnte es sich um einen Schwindel handeln. Stattdessen bringt man eine versiegelte Flasche Mineralwasser an Ihren Tisch und öffnet die Flasche vor Ihren Augen.

Sollte Sie das Wasser doch in einem Glas bekommen, handelt es sich dabei in der Regel um Tafelwasser. Dabei handelt es sich meistens um aufbereitetes Leitungswasser – ungefährlich, aber eben auch mineralstoffärmer als Mineralwasser.

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Mineralwasser, Sprudel, Sprudelwasser – welche Unterschiede gibt es?

Wenn Sie im Geschäft Mineralwasser kaufen, haben Sie eine große Auswahl an Mineralwasser-Sorten. Und die Bezeichnungen können irritieren. Das liegt an den Bestimmungen rund um den Kohlensäuregehalt im Wasser. Die Mineralwasserverordnung schreibt vor, wie das Wasser beschrieben werden muss: 

  • Natürliches kohlensäurehaltiges Mineralwasser“ hat nach der Abfüllung des Wassers den gleichen Gehalt an Kohlendioxid wie in der Quelle. Die Kohlensäure kommt natürlich vor.
  • Natürliches Mineralwasser mit eigener Quellkohlensäure versetzt” hat nach der Abfüllung mehr Kohlensäure als beim Austritt aus der Quelle – die Kohlensäure stammt aber zu 100 Prozent aus der eigenen Quelle. 
  • Natürliches Mineralwasser mit Kohlensäure versetzt” bedeutet, dass eine „fremde” Kohlensäure beigesetzt wird. Das kann beispielsweise vorkommen, wenn die Quelle selbst einen sehr niedrigen Kohlensäuregehalt hat.

Wasser mit natürlicher Kohlensäure hat meistens einen höheren Mineralstoffgehalt. Die Kohlensäure im Quellwasser sorgt nämlich dafür, dass das Wasser auf seinem Weg durch das Gestein mehr Mineralstoffe löst. (Sofia Wrede) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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