Auffrischungsimpfung

Covid-19: Müssen wir uns noch Jahre boostern lassen? 

+
Wie viele Auffrischungsimpfungen sind sinnvoll? (Symbolbild)
  • schließen

Seit geraumer Zeit steht wohl eine zentrale Frage im Raum: Wie viele Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus werden noch kommen?

Viele Menschen weltweit sind inzwischen zumindest einmal gegen Covid geimpft. In Deutschland haben bereits einige die dritte Impfung, den so genannten Booster, erhalten. Denn obwohl man lange Zeit mit zwei Impfungen als vollständig geimpft galt, war durch die Verbreitung von Virusvarianten schnell klar, dass es einer weiteren Auffrischungsimpfung bedarf, um den Schutz gegen das Virus aufrecht zu erhalten. Aber auch eine dritte Impfung erbrachte nicht das erhoffte Ende der Corona-Pandemie. Auch mit Boosterimpfung kann man sich beispielsweise mit der Virusvariante Omikron anstecken. Folgt nun eine vierte und dann eine fünfte Auffrischungsimpfung?

Lesen Sie auch: Neue Corona-Studien zeigen: Ungeimpfte mehr als doppelt so lange ansteckend wie vollständig Geimpfte.*

Muss man sich ein zweites Mal gegen Corona boostern lassen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine zweite Boosterimpfung für besonders gefährdete Gruppen. Also Menschen, die älter als 70 Jahre alt sind, und Immunschwache sollten den Schutz gegen Corona durch eine zweite Auffrischungsimpfung erneuern lassen. So verringere man das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs für diese vulnerablen Gruppen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist der Ansicht, dass das Boostern auf lange Sicht keinen Erfolg haben wird. Vielmehr müssten neue, leistungsfähigere Vakzine entwickelt werden. Weltweit arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an deren Erforschung.

Auch interessant: Abstrich aus Nase oder Rachen? Wann welcher Corona-Test zum Einsatz kommt.

Kann eine vierte Impfung mehr schaden als nutzen?

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) warnt davor, zu viele Auffrischungsimpfungen durchzuführen. Laut EMA könnte „Dauerimpfen“ die Immunreaktion beeinträchtigen. Bei einer vierten Impfung bestünde allerdings noch kein Grund zur Sorge. Fraglich ist nur, wie viel sie noch nutzt.

Virologe Drosten spricht von Immunität durch Impfung und Infektion

„Die ideale Immunisierung ist, dass man eine vollständige Impfimmunisierung hat mit drei Dosen und auf dem Boden dieser Immunisierung sich dann erstmalig und auch zweit- und drittmalig mit dem Virus infiziert und dass man dadurch eine Schleimhautimmunität entwickelt, ohne schwere Verläufe in Kauf nehmen zu müssen“, so äußerte sich der Charité-Virologe Christian Drosten im NDR-Podcast. Wie gut der Schutz ist, sei mitunter davon abhängig, wie stark die Intensität der Infektion gewesen sei.

Lesen Sie auch: Corona-Selbsttest richtig anwenden: Diese fünf Fehler können zu falschen Ergebnissen führen.

Von der Pandemie zur Endemie nicht durch viele Booster-Impfungen – das denkt Virologe Streeck

Auch der Virologe Hendrik Streeck ist davon überzeugt, dass man den Impfschutz gegen das Coronavirus nicht immer wieder durch Impfungen auffrischen müsse. Denn das mache die Natur von alleine, wichtig sei nur, überhaupt geimpft zu sein. Sowohl Streeck als auch Drosten sprechen davon, dass sich die Pandemie in eine Endemie wandeln würde. Dadurch seien weitere Booster-Impfungen zumindest für den Großteil der Bevölkerung nicht notwendig. (jn) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Zurück zur Übersicht: Gesundheit

Mehr zum Thema

Kommentare