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Fünfte Impfung? Für wen sie wirklich sinnvoll ist laut Mediziner

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Viele Experten rechnen im Herbst mit einer erneuten Coronawelle. Sie fordern daher die fünfte Impfung für Risikogruppen. Aber nur unter einer Bedingung.

Seit über zwei Jahren hat das Corona-Virus die Welt fest im Griff. Während aber viele hierzulande gehofft haben, dass die Infektionszahlen auch in diesem Sommer wieder fallen, ist die Enttäuschung groß. Seit Anfang Juni steigen diese wieder stetig an, der Inzidenzwert hat sich aktuell auf 700 eingependelt. Das bedeutet, dass es etwa 700 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage gegeben hat.

Fünfte Impfung? Für Ältere sinnvoll laut Mediziner

Das ist allerdings deutlich mehr als alle Inzidenzwerte, die das Robert Koch-Institut in den Sommern der beiden letzten Jahre errechnet hat. Ein Grund soll auch die dominante BA.5-Variante des Coronavirus sein, die Gesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) für noch gefährlicher als Omikron hält.

EU-Behörden empfehlen eine zweite Booster-Impfung für Menschen ab 60 Jahren.

Zudem warnen Mediziner schon jetzt davor, dass im Herbst eine neue Coronawelle anstehen soll. Aus diesem Grund spricht sich auch der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, für eine fünfte Corona-Impfung aus. Aber: „Sollte es ab Oktober einen Impfstoff geben, der vor der Infektion mit den Varianten BA.4 oder BA.5 schützt, wäre eine fünfte Impfung sinnvoll“, sagt Marx gegenüber der Augsburger Allgemeinen. Doch um eine gute Versorgung zu ermöglichen, sei es wichtig, fügt er hinzu, schon jetzt vorzusorgen und Zentren sowie Arztpraxen ausreichend damit zu versorgen.

Affenpocken: Hautausschlag ähnelt dem der Windpocken

Derzeit werden weltweit Fälle von Affenpocken nachgewiesen. Diese elektronenmikroskopische Aufnahme aus dem Jahr 2003  zeigt reife, ovale Affenpockenviren (l.) und kugelförmige unreife Virionen (r.), die aus einer menschlichen Hautprobe im Zusammenhang mit dem Präriehundeausbruch von 2003 stammt.
Derzeit werden weltweit Fälle von Affenpocken nachgewiesen. Diese elektronenmikroskopische Aufnahme aus dem Jahr 2003 zeigt reife, ovale Affenpockenviren (l.) und kugelförmige unreife Virionen (r.), die aus einer menschlichen Hautprobe im Zusammenhang mit dem Präriehundeausbruch von 2003 stammt.  © Cynthia S. Goldsmith/Russell Regner/CDC/AP/dpa
Dieses Bild aus dem Jahr 1997 zeigt die Rückenflächen der Hände eines Affenpocken-Patienten, der den charakteristischen Ausschlag in der Erholungsphase hatte.
Dieses Bild aus dem Jahr 1997 von der CDC während einer Untersuchung eines Affenpockenausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo (DRC), zeigt die Rückenflächen der Hände eines Affenpocken-Patienten, der den charakteristischen Ausschlag in der Erholungsphase hatte. © Uncredited/CDC/dpa
Dieses vom CDC zur Verfügung gestellte Bild aus dem Jahr 1997 zeigt den rechten Arm und den Oberkörper eines Patienten, dessen Haut eine Reihe von Läsionen aufwies, die auf einen aktiven Fall von Affenpocken zurückzuführen waren.
Dieses vom CDC zur Verfügung gestellte Bild aus dem Jahr 1997 zeigt den rechten Arm und den Oberkörper eines Patienten, dessen Haut eine Reihe von Läsionen aufwies, die auf einen aktiven Fall von Affenpocken zurückzuführen waren. © Uncredited/CDC/dpa
Dieses Bild aus dem Jahr 1997 entstand während einer Untersuchung eines Affenpockenausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo (DRC). Es zeigt die Handflächen eines Affenpockenpatienten.
Dieses Bild aus dem Jahr 1997 entstand während einer Untersuchung eines Affenpockenausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo (DRC). Es zeigt die Handflächen eines Affenpockenpatienten. © -/CDC/Brian W.J. Mahy/dpa
Laut dem RKI wurden inzwischen aus acht Bundesländern Fälle von Affenpocken gemeldet (Stand 3.6.2022). Das Foto zeigt Hautläsionen bei Patienten, bei denen das Virus nachgewiesen wurden.
Laut dem RKI wurden inzwischen aus acht Bundesländern Fälle von Affenpocken gemeldet (Stand 3.6.2022). Das Foto zeigt Hautläsionen bei Patienten, bei denen das Virus nachgewiesen wurden. © UKHSA/dpa
Affenpocken ähneln den sekretgefüllten Bläschen von Windpocken.
Affenpocken ähneln den sekretgefüllten Bläschen von Windpocken. Bevor es zu den Bläschen kommt, bilden sich zunächst Knoten in der Haut. © Institute of Tropical Medicine, Antwerp/dpa
Das Foto zeigt Hautsymptome von Patienten, bei denen eine Infektion mit dem Affenpockenvirus bestätigt wurde.
Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) sind Affenpocken ohne Labortest nicht immer eindeutig zu identifizieren. Das Foto zeigt Hautsymptome von Patienten, bei denen eine Infektion mit dem Affenpockenvirus bestätigt wurde. © Institute of Tropical Medicine, Antwerp/dpa
Affenpocken sind von Windpocken, Herpes, Gürtelrose oder Akne nicht einfach zu unterscheiden. Das Foto zeigt Hautveränderungen bei Affenpocken-Patienten.
Affenpocken sind von Windpocken, Herpes, Gürtelrose oder Akne nicht einfach zu unterscheiden. Das Foto zeigt Hautveränderungen bei Affenpocken-Patienten. © Institute of Tropical Medicine, Antwerp/dpa
Weltweit werden immer mehr Fälle des Affenpockenvirus gemeldet. Ein Hautausschlag wie auf dem Foto ist ein typisches Anzeichen für eine Infektion.
Weltweit werden immer mehr Fälle des Affenpockenvirus gemeldet. Ein Hautausschlag wie auf dem Foto ist ein typisches Anzeichen für eine Infektion.  © Institute of Tropical Medicine, Antwerp/dpa
Das vom Institute of Tropical Medicine Antwerp zur Verfügung gestellte Foto zeigt Hautsymptome von Affenpocken-Patienten.
Das vom Institute of Tropical Medicine Antwerp zur Verfügung gestellte Foto zeigt Hautsymptome von Affenpocken-Patienten. © Institute of Tropical Medicine, Antwerp/dpa

Fünfte Impfung? Auch Grippe im Herbst wieder auf Vormarsch

Aktuell haben 61,8 Prozent der Bevölkerung eine Auffrischungsimpfung erhalten, 7,5 Prozent eine zweite Auffrischungsimpfung. Auch führende EU-Behörden hatten sich vor wenigen Tagen für eine zweite Auffrischungsim­pfung für alle über 60 ausgesprochen. Bis dato empfiehlt sie die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland allerdings nur Menschen über 70 Jahre sowie einigen Risikogruppen. Bundesgesundheitsminister Lauterbach rät allerdings Menschen unter 60 Jahren ebenfalls, sich ein viertes Mal gegen Corona impfen zu lassen, allerdings nur nach vorheriger Absprache mit dem behandelnden Arzt.

Mit Beginn des Herbstes startet allerdings auch wieder die Grippezeit, weshalb der DIVI-Präsident Marx Risikogruppen ebenfalls zur Grippeimpfung rät. „Ich fürchte sonst, dass viele Grippekranke mit schweren Verläufen die Situation auf den Intensivstationen weiter verschärfen könnten“, sagte Marx. Die gute Nachricht: Laut dem RKI dürfen beide Impfungen gleichzeitig verabreicht werden.

Rubriklistenbild: © Daniel Karmann/dpa

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