„Gehaltsatlas 2021“

Welcher Job bringt das meiste Geld? Eine Branche überrascht

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Welche Arbeit wird am besten bezahlt? Diese Frage hat sich bestimmt jeder schon einmal gestellt. Eine neue Studie liefert jetzt überraschende Antworten.

  • Beim Gehalt gibt es große Unterschiede.
  • Nicht nur in den verschiedenen Branchen und Berufen, auch der Wohnort spielt eine Rolle.
  • Der „Gehaltsatlas 2021“ gibt einen Einblick, in welchen Jobs am meisten verdient wird.

Frankfurt - Das Gehalt spielt für viele berufstätige Menschen eine große Rolle. Denn einiges hängt nun mal vom Geld ab. Doch obwohl es ein so wichtiges Thema ist, wird eher selten über Finanzielles geredet. „Über Geld spricht man nicht“, diesen Satz wird jeder schon einmal gehört haben. Was Kollegen, Bekannte oder Freunde in ihrem Job verdienen, welche Unternehmen am meisten bezahlen und welche Unterschiede es gibt, interessiert trotzdem. Aufschluss darüber gibt zum Beispiel der „Gehaltsatlas 2021“.

Doch gerade in der Corona*-Pandemie hat sich beim Thema Gehalt einiges verschoben. Denn viele Unternehmen stehen vor nie da gewesenen Herausforderungen. Mitarbeiter verlieren ihren Job oder müssen in Kurzarbeit. Andere Firmen kommen stattdessen recht gut durch die Krise. Eine Branche sticht hierbei besonders heraus.

Jobs in Deutschland: In welchen Berufen wird am meisten verdient?

Die neue Einkommensstudie „Gehaltsatlas 2021“ von der Vergleichsplattform „gehalt.de“ gibt einen Einblick in die Gehälter. Für die Studie analysierten Experten mehr als 220.500 Datensätze von Beschäftigten in Deutschland aus den letzten 12 Monaten. Herausgekommen ist ein Überblick, in welchen Jobs das meiste verdient wird und wo nicht. Dabei sticht ein Bereich besonders heraus. Die am besten zahlende Branche in Deutschland ist laut der Studie die Biotechnologie. Kaum verwunderlich, denn alle Augen sind in Corona-Zeiten auf die Impfstoff-Entwicklung gerichtet. Die harte Arbeit der Spezialisten wird dementsprechend auch finanziell gewürdigt. Aber generell kann in der Branche gut verdienen werden. „Fachkräfte erhalten einen durchschnittlichen Jahreslohn in Höhe von rund 67.500 Euro“, so die Auswertung.

Mit welcher Arbeit kann man in Deutschland des meiste Geld verdienen? (Symbolbild)

Ebenfalls wichtig, dennoch weit schlechter bezahlt, sind die Jobs im Lebensmitteleinzelhandel. Sie befinden sich laut der Studie eher am Ende der Einkommensschere. Das Jahresgehalt liegt im Median (Mitte aller Daten**) bei etwa 31.200 Euro. Ähnlich sieht es in der Hotellerie und Gastronomie aus. Etwa 29.000 Euro wird hier im Jahr verdient. Beide Branchen haben in Corona-Zeiten sehr zu kämpfen. Restaurants und Kneipen sind zu, allein Lieferdienste dürfen aufgrund der Beschränkungen* angeboten werden. Ähnlich schlecht geht es der Touristik-Branche, denn an Urlaub denken aktuell die Wenigsten. Das Jahresgehalt liegt hier bei 34.600 Euro, ein ganzes Stück unter dem durchschnittlichen Einkommen in Deutschland.

Jobs und Karriere: Unterschiede beim Gehalt in Deutschland – Das sind die Spitzenjobs

Nach den Analysten verdienen Arbeitnehmer in Deutschland durchschnittlich rund 43.200 Euro im Jahr. Einige Gehälter liegen natürlich auch weit darüber oder auch darunter. Bildung ist hier ein oft entscheidendes Element, so verdienen nach der Studie Hochschulabsolventen etwa 57.000 Euro. Bei beschäftigten ohne Studienabschluss liegt das Jahresgehalt bei etwa 37.800 Euro. Auch Qualifikation und Personalverantwortung zahlt sich aus. „Fachkräfte erhalten rund 41.500 Euro im Jahr. (...) Für Führungskräfte liegt der Verdienst bei 95.100 im Median“, so der Bericht. Größere Firmen zahlen zudem oft besser (59.000), als kleinere Firmen (37.100).

BrancheQ1Median**Mittelwert**Q3
Biotechnologie45.029 Euro67.524 Euro81.309 Euro109.989 Euro
Sonstige Investitionsgüter55.501 Euro66.594 Euro78.270 Euro86.818 Euro
Halbleiter51.399 Euro65.586 Euro75.091 Euro91.089 Euro
Bankwesen49.136 Euro61.651 Euro68.295 Euro77.617 Euro
Pharmazie46.617 Euro60.536 Euro72.625 Euro88.335 Euro
Quelle: Gehalt.de

Noch höher ist das Gehalt bei den Spitzen-Jobs in Deutschland. Nach wie vor sind es Ärzte, die am meisten verdienen. Bei einem Chefarzt liegt das Jahresgehalt bei 196.300 Euro, Oberärzte erhalten mit 121.700 Euro etwas weniger und belegen den zweiten Platz der lukrativsten Berufe. Auch Beschäftigte in der Vertriebssteuerung oder Verkaufsleitung (94.796) und Regionalverkaufsleiter für Investitionsgüter (90.812) verdienen viel.

Große Unterschiede beim Gehalt: West-Ost-Gefälle besteht weiterhin

Es ist beim Thema Gehalt jedoch nicht nur wichtig, in welchen Berufen gearbeitet wird, sondern auch wo. In Deutschland gibt es laut der Statistik große regionale Unterschiede, die in manchen Fällen 15.000 Euro beim Einkommen ausmachen können. Menschen, die viel verdienen möchten, sollten sich vielleicht mal überlegen nach Baden-Württemberg zu ziehen. Denn in diesem Bundesland verdienen Arbeitnehmer mit einem durchschnittlichen Einkommen von 46.600 Euro etwa fast acht Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Auch in Hessen lässt sich gut verdienen (46.300 Euro), vor allem von Führungskräften. „Mit 100.400 Euro erwartet hessische Entscheidungsträger gar ein Median-Einkommen in sechsstelliger Höhe.“ Das liegt nicht zuletzt an der Finanzmetropole Frankfurt*.

Schlecht sieht es dagegen in Mecklenburg-Vorpommern aus. Hier gibt es nur 33.700 Euro. Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen belegen ebenfalls die letzten Plätze. Bei der Übersicht der Bundesländer fällt nach wie vor auf, dass es ein West-Ost-Gefälle gibt.

In Baden-Württemberg und Hessen werden Arbeitnehmer besonders gut bezahlt. (Symbolbild)

Gehalt: In welchen Städten das meiste verdient wird – Stuttgart und München vorne

Unter den Städten belegt Stuttgart mit einem Medianlohn von 54.000 Euro den ersten Platz, kurz dahinter liegt München (53.700 Euro) und Düsseldorf (50.600 Euro). Weit weniger Gehalt gibt es dagegen in Schwerin (34.500 Euro). Ob die Corona-Krise einen Einfluss auf die künftige Gehaltsentwicklung haben wird, muss sich noch zeigen. Dr. Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de geht jedoch davon aus, dass „sich der Arbeitsmarkt - vor allem die stark betroffenen Branchen - ab dem Spätsommer 2021 von der Corona-Krise langsam erholen wird“. (svw) *fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. **Median beschreibt laut der Studie die Mitte aller Daten. „50 Prozent liegen über dem Wert, 50 Prozent darunter. Der Median ist daher genauer als der Durchschnittswert, der durch Ausreißer verzerrt werden kann.“

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler

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