Anti-Sauftourismus-Gesetz

Mallorca-Regierung macht Ernst: Acht Lokale müssen wegen Sauftourismus schließen

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In acht Lokalen und Geschäften auf Mallorca ist die Party vorerst vorbei – weil sie sich nicht an die Auflagen des Anti-Sauftourismus-Gesetzes gehalten haben.

Zwei Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie wird am Ballermann auf Mallorca wieder wild gefeiert, die Qualitätsoffensive der Regierung scheint gescheitert. „Diese Saison ist für uns gelaufen“, meinten die Verantwortlichen der Initiative „Palma Beach“ angesichts der grölenden und betrunkenen Touristenmassen, die sich durch die Straßen drängen. Jetzt greift die Balearen-Regierung allerdings durch: Acht Lokale und Geschäfte müssen schließen, weil sie gegen das sogenannte Anti-Sauftourismus-Gesetz verstoßen haben.

Der Sauftourismus hält aktuell auf Mallorca wieder Einzug.

Anti-Sauftourismus-Gesetz missachtet: Lokale an Playa de Palma und in Magaluf müssen schließen

Die Namen der betroffenen Lokale dürfen aus Datenschutzgründen nicht genannt werden, wie ein Sprecher des Tourismusministeriums laut Mallorca Zeitung erklärte. Daher ist nicht klar, ob es sich um Bars, Kioske oder Restaurants handelt. Konkret werde ihnen aber vorgeworfen, Alkohol außerhalb der genehmigten Zeiten sowie an Minderjährige ausgeschenkt zu haben. Vier der Lokale befinden sich am Ballermann an der Playa de Palma, wo viele deutsche Touristen verkehren – die anderen vier in Magaluf, der bei Briten beliebten Partyhochburg. Abgesehen davon wurden in über 90 Fällen Ermittlungen wegen Verstöße gegen das Gesetz eingeleitet. Unter anderem soll für alkoholische Getränke geworben und Touren auf Party-Booten angeboten worden sein.

Mallorca greift nach Gesetzesreform durch

„Man kann nicht von heute auf morgen Verhaltensweisen ändern, die sich in den vergangenen 30 Jahren etabliert haben“, sagte der Tourismusminister Iago Negueruela laut Mallorca Zeitung auf einer Pressekonferenz. Seit zwei Monaten würden aber die Regelungen des Gesetzes, welches 2020 verabschiedet wurde, effektiv umgesetzt werden. Die Gesetzesreform „Balearic Agenda 2030“ beinhaltet unter anderem ein Verbot des „kostenlosen“ Alkoholausschanks in sogenannten All-inclusive-Hotels, auch als Flaterate-Saufen bekannt. Auch dem „Balconing“-Trend, bei dem Touristen versuchen, vom Zimmerbalkon in den Pool zu springen, ist damit ein Riegel vorgeschoben worden.

Rubriklistenbild: © Clara Margais/Imago

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