Lesermeinung

Zum städtischen Vorkaufsrecht

Zum wiederholten mal (...) werden landwirtschaftliche Flächen, die sich im Widerspruchsverfahren einer amtlich angeordneten Flurbereinigung befinden, von der Stadt Aalen zu deren Gunsten neu verplant. Diesmal sind es sieben Flurstücke zwischen der Grenze zu Essingen und dem Betriebsgelände der Firma Reeb. Entweder wurde bei der Flurabgrenzung schlampig gearbeitet oder es offenbaren sich nun die wahren Absichten der Stadt. Seit Jahren kauft Aalen landwirtschaftliche Flächen auf. Die Stadt möchte ihren preiswerten Erwerb über die Flurneuordnung zu Bauflächen veredeln. Wenn das nicht funktioniert wie geplant, dann kommt die Keule: Das Vorkaufsrecht der Kommune zur Absicherung der öffentlichen Interessen, die Schaffung eines neuen Stadtquartiers mit Gleisanschluss.

Gut beraten waren und sind Mitglieder der Interessengemeinschaft gegen die Flurneuordnung, die sich bislang erfolgreich zur Wehr gesetzt haben. Der freie Wettbewerb um das wertvolle Gut „Boden“ darf nicht durch Flurneuordnungsverfahren und Vorkaufsrechte zu Lasten der Eigentümer ausgehebelt werden. Hier sollte mit Anstand und Respekt fair und offen verhandelt werden.

© Schwäbische Post 20.12.2017 21:05
416 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.