Organspende: Bundestag für Zustimmung statt Widerspruch

Der Bundestag hat für die Zustimmungslösung bei Organspenden gestimmt. Bundestagsabgeordneter Christian Lange ist enttäuscht.
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Der Bundestag stimmt gegen die Widerspruchslösung bei Organspenden, das meldet die Tagesschau. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte den Gesetzentwurf dazu eingebracht. Die Abgeordneten des Bundestags haben in dritter Lesung mit deutlicher Mehrheit für die sogenannte erweiterte Zustimmungslösung bei Organspenden votiert. Dafür sprachen sich 432 Abgeordnete aus, dagegen 200 Parlamentarier, 37 enthielten sich. Zuvor hatten die Abgeordneten eine Widerspruchslösung abgelehnt. Die Widerspruchslösung hätte vorgesehen, dass jeder Bürger automatisch Organspender geworden wäre, wenn er dem nicht zuvor ausdrücklich widersprochen hat. 

Bei unserer Umfrage haben von 275 Teilnehmer 56 Prozent für die Widerspruchsregelung gestimmt, die anderen 41 Prozent stimmten für die Zustimmungsregelung. Hier können auch Sie noch bei unserer Umfrage mitmachen.

Bundestagsabgeordneter Christian Lange ist enttäuscht. Er erklärt: "Bei der heutigen fraktionsoffenen Abstimmung habe ich aus Überzeugung für die (doppelte) Widerspruchslösung gestimmt. Ich hatte in der ersten namentlichen Abstimmung für den Gesetzentwurf der doppelten Widerspruchslösung votiert, der jedoch leider gescheitert ist. In der zweiten Lesung habe ich gegen die Zustimmungslösung gestimmt, damit ein zweiter Anlauf für eine komplett neue Verständigung in Form eines weiteren Gesetzentwurfs möglich wird. Im dritten Anlauf habe ich für die Zustimmungslösung gestimmt, weil ich nicht gegen ein Register sein wollte. Helfen wird es den Betroffenen aber nicht, fürchte ich. Klar ist aber auch, dass ich enttäuscht darüber bin, dass es mit dieser Lösung aus meiner Sicht keine wirksame Erhöhung der Spendenbereitschaft geben wird, sondern lediglich ein Register.
Bitter: Da die AfD als Fraktion geschlossen gegen die doppelte Widerspruchslösung gestimmt hat, hat sie damit erstmals die deutsche Gesetzgebung beeinflusst.""

© Schwäbische Post 16.01.2020 13:29
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