Rettungsgasse bilden, bitte!

Verkehr In den Sommerferien verstopft der Reiseverkehr die Autobahnen. Dann gilt es, einige Regeln zu beachten: So verhalten sich Autofahrer richtig im Stau.
  • Foto: Andrea Warnecke/dpa-mag

Die Sommerreisewelle rollt – hoffentlich. Denn mit stockendem Verkehr und langen Staus auf den Autobahnen müssen Reisende rechnen. Doch was gilt bei Stillstand? Auto Club Europa (ACE), ADAC, Automobilclub von Deutschland (AvD), Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR) und Tüv Süd geben einige wichtige Antworten, die beachtet werden sollten.

Vor der Fahrt

Die Route im Navi sollte beim Start schon programmiert und der Verkehrsfunk im Radio aktiviert sein. Mit Echtzeit-Infodiensten zur Verkehrslage und -führung, wie ihn viele Navis bieten, lassen sich Staus über alternative Routen umfahren. Um volle Raststätten und Parkplätze zu meiden, plant man am besten entlang der Route geeignete Pausenstationen abseits der Autobahn ein.

Navis mit besagten Infodiensten können Stauwarnungen in Echtzeit liefern – ebenso wie Smartphone-Apps à la Google Maps oder Here We Go. Viele Dienste greifen aber auf die gleichen Infos zurück und schicken Autofahrer auf die gleiche Umfahrung – dort drohen dann auch Staus. Vorsichtshalber und zur besseren Übersicht hat man am besten immer noch einen Straßenatlas oder eine Karte im Auto.

Der Verkehr stockt

Laut einigen Experten lohnt sich ein Abfahren von der Autobahn nur bei einer Vollsperrung oder wenn es der Verkehrsfunk ausdrücklich empfiehlt. Denn die Ausweichstecken, etwa Landstraßen mit Ortsdurchfahrten, seien meist ebenso verstopft, auch weil sie für so einen starken Verkehr nicht taugen. Bereits bei stockendem Verkehr und vor dem absoluten Stillstand muss eine Rettungsgasse gebildet werden. Der Korridor muss immer zwischen dem linken und den übrigen Fahrstreifen gebildet werden. Sonst drohen Bußgelder ab 200 Euro.

Der Stau ist da

Besonders an unübersichtlichen Stellen die Warnblinker anstellen und den nachfolgenden Verkehr konzentriert beobachten. Denn es droht die Gefahr von Auffahrunfällen. Das eigene Auto lenkt man mit ein bis zwei Fahrzeuglängen Abstand zum Vordermann leicht in Richtung der seitlichen Begrenzung. Im Notfall kann man so hoffentlich noch rechtzeitig auf den Standstreifen ausweichen.

Nur wer eine Unfallstelle sichern muss, darf die Fahrbahn betreten. Ansonsten sind 10 Euro Bußgeld fällig. Weder ein menschliches Bedürfnis noch das Wickeln eines Kindes stellen beispielsweise vom Gesetzgeber anerkannte Notfälle dar. Im Zweifel hilft nur die Geduld bis zum nächsten Parkplatz weiter.
Steht aber der Verkehr etwa bei einer Vollsperrung lange still, dürfte die Polizei den Experten zufolge in aller Regel auf eine Anzeige verzichten, wenn sich jemand kurz neben seinem Auto die Beine vertritt. Doch selbst dann bleibt das Betreten der Autobahn im höchst gefährlich: Denn durch die Rettungsgasse können immer wieder Rettungsfahrzeuge nachrücken. dpa

© Schwäbische Post 03.08.2018 15:36
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