Zweiräder im Wohnmobil mitnehmen

Camping Warum laufen, wenn man auch fahren kann. Wo Camper ohnehin ihren halben Hausstand mit in den Urlaub nehmen, wollen sie dort auch mobil sein. Egal ob mit Zwei- oder Vierrädern.
  • Foto: Judith Michaelis/dpa-mag

Immer mehr Caravan- und Wohnmobilurlauber nehmen ein eigenes Gefährt für die letzte Meile mit“, sagt Marc Dreckmeier vom Branchenverband CIVD. Nach Studien des Verbandes sei Radfahren nach dem Wandern schon lange Sportart Nummer zwei bei Caravaning-Urlaubern gewesen. „Mit dem Einzug der Pedelecs und E-Bikes steht das Fahrrad nun seit einigen Jahren auf dem ersten Platz.“ Darüber hinaus hätten viele Roller oder Motorräder dabei.

Viele Wohnmobile haben eine Heckgarage, die hoch genug für ein Zweirad ist. Zumindest gegen Aufpreis gebe es dafür oft auch ausfahrbare Rampen oder sogar Seilzüge, mit denen man schwere E-Bikes, Roller und Motorräder ohne übermäßige Kraftanstrengung in den Wagen wuchten kann.

Allerdings gibt es noch längst nicht überall eine Lademöglichkeit: „Aber wenn das Fahrzeug keine Steckdose in der Heckgarage hat, kann man immer noch über die Kabeltrommel oder via Verlängerungskabel aus dem Inneren heraus laden“, sagt Dreckmeier. Ohne oder mit zu kleiner Heckgarage bietet sich als Alternative ein Heckträger an, der auch für Freizeitfahrzeuge angeboten wird. Aber je größer die Wohnmobile, desto größer sind auch die Garagen. Jedes Jahr kommen neue Luxusmodelle auf den Markt, die im Bauch auch genügend Platz für Vierrädriges vom Quad bis zum Sportwagen bieten. Aber das sei ein verschwindend kleiner Markt, sagt Dreckmeier und beziffert den Verkauf auf jährlich etwa 100 Fahrzeuge.

Der Platz ist für einen Pkw viel zu schade.

Michael Ebner
Wohnmobilentwickler

Auto auf dem Hänger dabei

Aus gutem Grund, sagt Michael Ebner, der selbst ein Luxuswohnmobil auf Basis des Mercedes-Lkw Actros entwickelt hat: Zwar hätte sein mindestens 500 000 Euro teurer Magellano reichlich Raum. „Doch der Platz ist für einen Pkw viel zu schade“, meint er. Wer wirklich ein Auto mitnehmen wolle, der sollte es wie etwa ein Boot auf dem Hänger an den Haken nehmen und sich dafür während des Urlaubs nicht mit weniger Quadratmetern beschränken als nötig, so Ebners Rat. Egal, ob Mountainbike, Pedelec, Roller, Motorrad oder Auto - immer muss man beim Beladen ein paar Regeln beachten, sagt Hans-Georg Marmit von der Sachverständigenorganisation KÜS. Das gelte an erster Stelle natürlich für die fachgerechte Befestigung des Zweirades, damit es bei der Fahrt nicht in Bewegung gerät. „Unabhängig davon, ob im oder am Fahrzeug, muss man Räder oder Roller entsprechend festzurren oder einspannen.“ Und Marmit rät zu einem Check der Fahrzeugpapiere: Höhen- oder Längenbeschränkungen sind zu beachten und Trägersysteme brauchen eine amtliche Betriebserlaubnis. Wer überlädt, dem drohen Strafen und bei einem Unfall Ärger mit der Versicherung, warnt der ADAC. Wer das vermeiden will, muss wiegen fahren oder Gewicht addieren. Einen Beladungsrechner bietet der ADAC auf seinen Internetseiten an. dpa

© Schwäbische Post 21.09.2018 16:16
739 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.