Gespräche sind wichtig für die Seele

Beim Tod eines geliebten Menschen kann der Beistand eines einfühlsamen Bestatters eine Stütze für die Angehörigen sein. Neben der Trauerbewältigung hilft er auch bei der Abwicklung sämtlicher Behördengänge und plant die Trauerfeier bei Bedarf.
  • Geschäftsführerin Ingrid Leins (vorne links)und Tochter Anke Leins sorgen mit ihrem Team für einen würdigen Rahmen und kümmern sich um alle anfallenden Aufgaben. Foto: Leins/MFW

Den Blick auf die Trauernden gerichtet, die Achtung vor den Toten wahren und den Angehörigen eine Stütze sein, Ansprechpartner und Ratgeber – so sieht auch Anke Leins von Leins Bestattungen aus Bopfingen, Oberkochen und Aalen diese als wichtige Kriterien für ihren Beruf.

Leidenschaft für den Beruf

In erster Linie geht es dem Beerdigungsinstitut darum, den Wunsch des Toten und der Hinterbliebenen in vollem Umfang zu respektieren. „Für uns ist der Beruf Leidenschaft“ sagt sie, denn Trauer wirke sich unterschiedlich aus. „Jeder ist einzigartig und individuell und geht anders damit um“ betont Anke Leins und ergänzt „niemand wisse schon vorher, wie es ist, wenn ein geliebter Mensch gehen muss“.

Für die Bestatter sei es deshalb wichtig, schon beim Betreten des Hauses auf die Trauernden einzugehen. „Immerhin müssen wir da schon viele persönliche Dinge abfragen, um dann die weiteren nötigen Schritte vollziehen zu können“. Darum ist es beim Team des Familienunternehmens unumgänglich, von Anfang an respektvoll mit den Hinterbliebenen umzugehen und auf all ihre Sorgen, Nöte und Bedürfnisse einzugehen. Das schließt auch die Hausaufbahrung mit ein. Wenn es gewünscht wird, bleibt der Tote auch noch länger zu Hause, sofern es möglich ist. Das hilft beim Abschied nehmen und ist Teil der Trauerbewältigung.

Der Tod wird oftmals verdrängt

Auch die Art und Weise, wie der Raum hergerichtet, wie der Weg durch den Garten vielleicht mit Kerzen dekoriert ist, sollen die Familien selbst entscheiden können. „Leider ist der Tod immer noch nicht gesellschaftsfähig“, sagt Anke Leins und meint den Umgang mit dem Thema Tod an sich. Oft werde der verdrängt und wenn er dann da ist, breche vielmals eine Welt für die Hinterbliebenen zusammen.

Deshalb besteht auch bei Bestattern, wie dem der Familie Leins, die Möglichkeit einer Vorsorge. Allerdings ist es Anke Leins wichtig zu betonen, dass ihr Unternehmen dafür keine Schutzgebühr verlangt.

Treuhandkonto

Das heißt, der Kunde kann im Vorfeld seine Unterlagen, die im Sterbefall benötigt werden, bereits zu Lebzeiten hinterlegen. Parallel wird auf einem Treuhandkonto ein Betrag, je nach Bestattungswunsch, hinterlegt, der zweckgebunden und nicht antastbar ist. Sollten es sich die Hinterbliebenen dann doch anders überlegen und die Beisetzung von einem anderen Unternehmen machen lassen, ist das, zumindest bei Leins, ohne Gebühr und ohne Probleme möglich.

Auch außergewöhnliche Bestattungen möglich

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich bestatten zu lassen. Die „klassische“ Art mit Trauerfeier, Beisetzung und anschließender Trauerfeier mit Kaffee und Kuchen gibt es immer noch. Doch die Zahl der Feuerbestattungen sei gestiegen und habe die Erdbestattung mittlerweile abgelöst. Aber auch hier variiert die Vorgehensweise. Man kann den Trauergottesdienst noch mit dem Sarg vollziehen, bevor dieser verbrannt und dann die Urne bei einem weiteren Termin in ein Kolumbarium, das heißt in eine Urnenwand oder in ein Erdgrab eingesetzt wird.

Verschiedene Varianten

Auch die Möglichkeit, in einem anonymen oder teilanonymen Grab beigesetzt zu werden, ist möglich. Denn auch der finanzielle Aspekt muss berücksichtigt werden. Je nachdem, wie mittellos der Verstorbene war, müssen die nächsten Verwandten für die Beerdigungskosten aufkommen

Weiter besteht die Möglichkeit, sich auf einem Baumfriedhof begraben zu lassen oder seine Asche auf hoher See dem Meer zu übergeben. Auch das bietet das Beerdigungsinstitut Leins an. Bei einer Reederei auf der Ost- und Nordsee besteht die Möglichkeit, eine Seebestattung zu vollziehen. Nach Absprache können die Hinterbliebenen danach immer wieder an die Stelle fahren. glo

© Schwäbische Post 04.10.2018 19:10
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