Werden die Tage kürzer, kommt oft die Trauer

Den Heiligen, Märtyrern und vor allem den Verstorbenen wird am 1. November, dem Tag von Allerheiligen, gedacht. Zur Grabpflege wird die letzte Ruhestätte besonders zum Herbstbeginn mit entsprechenden Pflanzen und Gewächsen neu gestaltet.

Die Sommertage sind vorüber und der Herbst hält Einzug. Vorbei sind die langen Sonnentage, die Hitze und die Freibadsaison. Der Mensch kommt zur Ruhe, hat mehr Zeit zum Nachdenken, kann in Erinnerungen verharren und sich auf das besinnen, was war, was ist und was vielleicht kommen wird.

Besonders der 1. November ist so ein fester Termin, zumindest im Kalender der gläubigen Christen. An diesem Tag wird nicht nur den Heiligen und Märtyrern gedacht sondern vor allem auch der Verstorbenen. Die Gräber von Angehörigen und Verwandten werden dann schon im Vorfeld mit Blumenschmuck und Grabgestecken hergerichtet. Aber bereits nach der Beisetzung eines liebenMenschen geht es schon um Individualität, nämlich bei der richtigen Wahl des Grabsteins.

Persönlicher Bezug

Steinmetze gehen bei der Gestaltung der Grabsteine und Grabmale auf die Hinterbliebenen ein, beraten und helfen. Dabei spielt sowohl die gestalterische Ausführung, die Individualität aber auch der Geldbeutel eine Rolle. Denn gut gestaltete Grabmale müssen nicht unbedingt teuer sein. Laut Gustav Treulieb, Bundesinnungsmeister vom Bundesverband Deutscher Steinmetze, BIV, haben Steinmetze eine entscheidende Bedeutung für die Trauer- und Bestattungskultur. Allerdings hätten sie auch die Fähigkeit und Pflicht, Antworten auf diese anspruchsvolle Tätigkeit zu finden.

Sinnhaftigkeit im Blick

„Das ist Handwerk und zu diesen anspruchsvollen Wurzeln müssen wir zurück“, erklärt Treulieb. Ein entscheidender Aspekt bei der Gestaltung von Grabstätten ist für die Steinmetze und Steinbildhauer über die Sinnhaftigkeit ihrer Produkte nachzudenken. Wichtig ist dabei die Authentizität bei der Gestaltung. Ein Grabstein sollte auch ein Persönlichkeitsmerkmal des Verstorbenen vermitteln.

Doch der Umgang mit dem Kunden muss sensibel angegangen werden. Immerhin geht es um den Verlust eines geliebten Menschen, an den man sich erinnern möchte. Hier ist neben der fachlichen Beratung auch Feingefühl notwendig.

Regionales Material

Natursteine stehen bei den Kunden in der Gunst ganz oben. Besonders regionale Steine wie der Gelbjura-Sandstein oder der Granit sind momentan im Ostalbkreis sehr gefragt. Da der Trend zunehmend hin zu kleineren Gräbern geht, ist die Gestaltung und Ästhetik oftmals eine Herausforderung.

Auch im Hinblick auf die Verzierung mit Grabmalzubehör wie Lampen, Vasen und Kreuzen muss die Planung in einem kundenorientierten Gespräch erläutert werden. Gleiches gilt bei der Gestaltung der Grabplatten von Urnengräbern in Kolumbarien. Auch hier ist darauf zu achten, dass die jeweilige Friedhofsordnung eingehalten wird.

Da kennen sich aber die Bestattungsunternehmen, die Steinmetze und die Friedhofsgärtner aus. Denn alle, die mit einer Beisetzung zu tun haben, müssen auch dafür zugelassen sein und haben für die Friedhöfe eine Berechtigung. pm

© Schwäbische Post 05.10.2018 00:40
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