Den Stress ruhig ausbremsen

Straßenverkehr Schnell kommt Ärger im Autofahrer-Alltag auf. Der Wagen wird zugeparkt, man wird geblitzt, oder das dicke Diesel-SUV steht am Ladeplatz für E-Autos.
  • Foto: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-mag

Nummernschilder geklaut – Die Polizei muss den Diebstahl aufnehmen, erklärt Rechtsanwalt Tobias Goldkamp aus Neuss. Mit dem Auto fahren dürfe man jetzt nicht mehr. „Das wäre eine Ordnungswidrigkeit, die eine Geldbuße von 50 Euro nach sich ziehen würde.“ Anschließend müssen sich die Besitzer neue Kennzeichen beim Straßenverkehrsamt besorgen. Erst dann dürfen sie den Wagen wieder bewegen.

Bei der Rückkehr aus dem Urlaub findet sich das Auto nicht mehr an der Straße, sondern wurde abgeschleppt. „Das kann der Fall sein, wenn dort eine Baustelle eingerichtet wurde und es entsprechende Halteverbotsschilder gibt“, sagt Anja Smetanin vom Auto Club Europa (ACE).

Drei Tage Vorlaufzeit

Das Bundesverwaltungsgericht habe hierzu geurteilt, dass der Urlauber die Abschleppkosten tragen muss, wenn die Schilder mit einer Vorlaufzeit von drei Tagen aufgestellt wurden. Bei längerer Abwesenheit ratsam: den Wagen auf einem privaten Parkplatz abstellen oder einen Bekannten bitten, das Auto im Auge zu behalten, rät Smetanin. Gerade in Innenstädten sind Parkplätze Mangelware. Wer sich eine Parkbucht anmietet, scheint auf der sicheren Seite. Was aber tun, wenn die plötzlich von einem fremden Fahrzeug belegt wird – trotz klarer Beschilderung? „Die falsche Lösung wäre, den eigenen Wagen vor das falsch geparkte Fahrzeug zu stellen, denn dann droht eine Anzeige wegen Nötigung“, sagt Holger Küster vom ACV Automobil-Club Verkehr.

Er rät: die Situation genau dokumentieren und den Falschparker damit sofort konfrontieren.Zwar sei es auch möglich, einen Abschleppdienst anzurufen, die Kosten jedoch müssten zunächst selbst getragen werden und könnten erst später beim Falschparker geltend gemacht werden –notfalls gerichtlich.

Auto ist zugeparkt

„Zunächst sollte man versuchen, den Halter des störenden Fahrzeugs ausfindig zu machen“, empfiehlt Smetanin. Gelingt das nicht, sollte die Polizei gerufen werden. Die könne den Wagen dann auch abschleppen lassen. Zuparken ist übrigens auch dann verboten, wenn der andere Wagen falsch geparkt wurde. „Es ist eine Besitzstörung und verbotene Eigenmacht, ein anderes Fahrzeug zuzuparken“, erklärt Goldkamp.

Ampel bleibt ewig rot

„Ist man mit Beifahrer unterwegs, sollte der zunächst die Fußgängerampel bedienen, denn oft ist die mit der Autoampel vernetzt“, rät Küster. Wenn das nicht zum Erfolg führt, dürfe der Autofahrer nach einer angemessenen Wartedauer auch vorsichtig losfahren. Allerdings sei nicht verbindlich geregelt, wie lange tatsächlich gewartet werden müsse. Im Zweifelsfall könne auch die Polizei gerufen werden. dpa

© Schwäbische Post 05.10.2018 16:14
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