Radler kann trotz Grün Vorrang haben

Fußgängerampel Das Oberlandesgericht Hamm bestätigt Mitschuld des Fußgängers bei Radunfall.

Wer als Fußgänger bei Grün über die Straße geht, muss an der gegenüberliegenden Seite die Rechte der Radler berücksichtigen. Wer das nicht tut, riskiert nicht nur einen Unfall, sondern auch eine Mithaftung.

Das zeigt ein Urteil des Oberlandesgerichtes Hamm, auf das der ADAC hinweist (Az.: 26 U 53/17). Eine Frau ging bei grüner Ampel zu Fuß über die Straße. Auf der anderen Seite erreichte sie den Gehweg. Dann wollte sie auch den daneben laufenden Radweg überqueren. Dieser lief dort in einer Rechtskurve um die Ampel herum. Dabei kam es zum Unfall mit einem Radler.

Von diesem forderte die Fußgängerin Schadenersatz. Er sei zu schnell gewesen, weswegen sie nicht reagieren konnte. Außerdem habe sie Vorrang gehabt, da der Radler abgebogen sei.
Das sah die erste Instanz ebenso. Doch nach einer Berufung des Radfahrers kassierte die zweite das Urteil und legte eine hälftige Teilung des Schadens fest. Der Vorrang der Frau habe nur für das Überqueren der Straße bei Grün gegolten. Als sie den Radweg kreuzte, hätte sie wieder auf den Radverkehr achten müssen. Dieser sei an der Ampelanlage vorbeigeführt worden. Daher sei der Radler auch nicht abgebogen, sondern dem Verlauf einfach gefolgt.

Allerdings fuhr er angesichts der gegebenen Örtlichkeiten und Witterungsbedingungen zu schnell, was zur hälftigen Haftung führte. dpa

© Schwäbische Post 05.10.2018 16:14
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