Gemütlichkeit und Genuss vom Weinberg

Gute Tropfen, deftiges Essen und geselliges Beisammensein treffen im Besen aufeinander.
  • Dank des sonnigen Sommers dürfen die Winzer in diesem Jahr hochwertige Weine erwarten. Foto: pixabay
  • Kartoffel- oder Hitzkuchen passt hervorragend zum Wein aus der Region und schmeckt besonders gut im „Besen“. Foto: pixabay

Jetzt im Herbst laden wieder viele Winzer dazu ein, ihre Produkte in sogenannten Straußen- oder Besenwirtschaften auf ihrem Grundstück auszuschenken. Eigene Weine und leckere Schmankerl aus der Region sorgen neben der begrenzten Platzzahl dafür, dass die besondere Atmosphäre eines „Besens“ bestehen bleibt.

Platz ist auf dem kleinsten Hof

In Zimmern, umgebauten Ställen, oder, wie jetzt bei immer noch warmen Temperaturen, einfach unter dem Hofdach, lässt es sich nach einer Wanderung oder während des Sonntagsspaziergangs gut vespern. Man hat Zeit, Freunde zu treffen und die Seele mal richtig baumeln zu lassen. Regionale Weine wie beispielsweise Trollinger, Muskat-Trollinger, Samtrot, Spätburgunder, Lemberger und Riesling werden getrunken. Aber selbstverständlich kommen auch Säfte und alkoholfreie Getränke auf den Tisch.

Vom Kranz zum Besen

Seinen Ursprung findet die Besenwirtschaft einer Legende nach in einem Erlass Karls des Großen. Er verfügte, dass die Bauern ihren Wein auch direkt an durstige Trinker verkaufen durften und ordnete die Kennzeichnung eines solchen Ausschanks mit einem Kranz aus Tannenreisig oder Stroh an. Die Tradition ist bis heute geblieben. Aus dem Kranz wurde der Besen. Ohne Schankkonzession, aber mit Auflagen, sind die Besenwirtschaften ein fester Bestandteil.

Allerdings muss der Ausschank am Ort der Erzeugung erfolgen, auch ein Anmieten von Räumlichkeiten zum Ausschank ist unzulässig.

Keine richtige Gaststätte

Denn fast überall gelten Besenwirtschaften nicht als erlaubnispflichtige Gaststättenbetriebe was bedeutet, sie bedürfen keiner Gaststättenkonzession. Allerdings gibt es auch hier Außnahmen. Wer nämlich über 120 Tage hinaus seine Besenwirtschaft öffnen möchte, muss eine beantragen.

Gemütlichkeit ist Pflicht

Doch die Einzigartigkeit des Besens ist und bleibt, neben dem leckeren Essen und Trinken, vor allem die Geselligkeit. Begrenzt ist ein Besen gemäß Verordnung auf maximal 40 Sitzplätze. Man rutscht zusammen, kommt ins Gespräch und lernt dabei viele neue Leute kennen.

© Schwäbische Post 10.10.2018 19:45
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