Die Netzwelt vergisst nichts

Das Internet ist grundsätzlich eine tolle Sache. Wichtig ist aber, sich darüber im Klaren zu sein, was mit den persönlichen Daten passiert.
  • Ob am Laptop oder mit dem Smartphone: Jeder hinterlässt eine digitale Spur und sollte sich darum dessen bewusst sein, dass dies später Konsequenzen haben kann. Foto: Fotolia/Perig Morisse

Rund um den Globus nutzen Milliarden Menschen Facebook, Instagram & Co. Doch wer von den Abermillionen Nutzern hat schon einen Blick in die Datenschutzrichtlinien geworfen? Facebook, Twitter, Instagram und andere Internetriesen können vermeintlich persönliche Daten auf vielfältige Art und Weise mit Dritten teilen. Im Netz ist man daher schnell gefunden – und interessant ist das nicht nur für Werbeagenturen, sondern auch für den potenziellen Arbeitgeber.

Die Persönlichkeit im Netz

Jeder Forum-Post, jedes hochgeladene Foto in Facebook, jeder Tweet, jede Teilnahme an Gewinnspielen, ja letztendlich sogar jeder Aufruf von Webseiten – das Alles zeichnet ein Phantombild unserer Vorlieben, unseren Tagesabläufen, vor allem aber unserem höchsten Gut überhaupt: der eigenen Persönlichkeit. „Oh Gott, wie mache ich das wieder rückgängig?“ mag sich der ein oder andere jetzt fragen. Die ernüchternde Antwort: Gar nicht. Es ist schlicht nicht möglich, unsere digitale Spur zu löschen.

Was man höchstens tun kann, ist, sie zu verwischen. Grund für Hysterie ist aber zunächst auch keiner gegeben: Einige der im Netz angegebenen Informationen gehören schon von vornherein zum öffentlichen Bereich: darunter der Name, die Adresse und die Kriminalakte (ja, richtig gelesen). Diese Dinge waren schon vor der Erfindung des Internets öffentlich zugänglich, die Technologie hat nur den Zugriff darauf einfacher und bequemer gemacht.

Richtlinien durchlesen

Der Aha-Effekt kommt, wenn man sich die Datenschutzrichtlinien der Websites einmal durchliest. Nahezu alle seriösen Seiten gehen ganz offen mit ihnen um. Die Bedingungen werden aber ohne sie gelesen zu haben mit einem einzigen Mausklick akzeptiert. Die Überraschung kommt dann hinterher: Alle Welt kann auf unsere Daten zugreifen.

Wenn also jeder nach unseren Daten suchen kann, kann das auch der Arbeitgeber, bei dem man sich um eine Ausbildung beworben hat – und Umfragen haben ergeben, dass das auch tatsächlich Gang und Gebe ist. In der Mehrheit der Personalabteilungen. Was also tun? Die Daten sind doch durch soziale Netzwerke oder Partner-Webseiten wahrscheinlich eh schon über den halben Globus verteilt. Dennoch: Es gibt einige Möglichkeiten sie teilweise zu entfernen und auf das Recht auf Datenschutz zu bestehen. Der erste Schritt ist, die Webseiten, die man regelmäßig besucht und Profile, die man angelegt hat, im Auge zu behalten.

Checkliste für den Umgang mit sozialen Medien

Selbstsuche: Am Besten ist es, sich erstmal selbst zu „googeln“, sprich seinen Namen in Suchmaschinen einzugeben.

Gezielte Selbstdarstellung: Der Account in Online-Netzwerken wie Facebook oder die eigene Website erscheinen in den Ergebnislisten der meisten Stöbermaschinen ganz oben. Damit bestimmen die auch die Außenwirkung. Für das Anlegen professionellerer Profile eignen sich berufliche Netzwerke wie etwa Xing und LinkedIn oder Jobportale wie Stepstone oder Monster.

Kontrolliertes Äußern: Wer sich in Foren, Blogs oder sozialen Netzwerken kompetent äußert und obendrein eine saubere Rechtschreibung an den Tag legt, wird positiv aufgenommen. Beleidigungen oder diskriminierende Kommentare sind grundsätzlich Tabu. Private Gespräche über Hobbys oder Krankheiten müssen nicht mit dem echten Namen geführt werden – ein beliebiger Nickname ist in der Netzgemeinde akzeptiert.

Schädliche Fotos löschen: Partyfotos, auf denen man in alkoholisiertem Zustand zu sehen ist, haben nichts im Internet verloren. Auch mit Urlaubsfotos sollte man sparsam umgehen.

© Schwäbische Post 02.11.2018 16:37
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