Zugreifen lohnt sich immer

Wer eine Lehrstelle im Handwerk sucht, hat noch gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz.

Auch Migranten und Schüler mit weniger guten Noten können sich über Praktika beweisen.

  • KreishandwerksmeisterAlexander Hamler. Foto: Privat
  • KreishandwerksmeisterinKatja Maier. Foto: Privat

Ostalbkreis. Jugendliche haben derzeit sehr gute Chancen auf eine Lehrstelle im Handwerk. „Wer jetzt sucht, der findet auch“, sagen die beiden Kreishandwerksmeister Katja Maier und Alexander Hamler, denn die Unternehmen suchen Auszubildende. Und: Selten waren die Chancen auf einen Ausbildungsvertrag so gut wie jetzt.

Mehr Ausbildungsverträge

Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge ist zum 1. September 2018 im Handwerk der Region um 6,9 Prozent gestiegen, dennoch blieben noch etliche Lehrstellen unbesetzt. „Die meisten Betriebe haben bereits jetzt ihre Fühler ausgestreckt und suchen Auszubildende für das kommende Ausbildungsjahr“, erklärt Maier.

Wie bereits in den Vorjahren setze sich der Trend zum frühzeitigen Abschluss von Ausbildungsverträgen fort. Maier: „Die Handwerksbetriebe erkennen, dass sie früher suchen müssen, um mehr Azubis und damit mehr Fachkräfte zu bekommen.“

Die Kreishandwerkerschaft setzt sich intensiv dafür ein, dass gerade auch Jugendliche mit Migrationshintergrund oder schwächeren Schulabschlüssen eine Chance im Handwerk erhalten. „Dabei hat sich die Einstiegsqualifizierung besonders bewährt und führt in mehr als zwei Drittel der Maßnahmen direkt zum Abschluss eines Ausbildungsvertrages“, stellt Kreishandwerksmeister Alexander Hamler fest. Angesichts des sinkenden Anteils von Haupt- und Realschülern bei den Schulabgängern haben diese 2018 auch im Gebiet der Handwerkskammer Ulm noch bessere Chancen auf eine Lehrstelle.

Es nützt nichts, wenn einer gute Noten hat und die anderen Schlüsselqualifikationen fehlen.“

Katja Maier

Das gilt zunehmend aber auch für Abiturienten und sogar Studienabbrecher, die die erfüllende Tätigkeit im Handwerk ergreifen wollen. „Abends siehst Du, was Du den Tag über geschafft hast - dafür ist das Handwerk bekannt und das macht stolz“, unterstreicht Hamler.

Chancen für motivierte Schüler

Während ihrer Lehrstellensuche sollten Bewerber mit schlechten Noten versuchen, in der Praxis zu überzeugen.

Denn wenn sie dabei eine gute Figur machen, haben sie durchaus Chancen auf die Zusage eines Arbeitgebers. „Schlechte Noten sind kein K.o.-Kriterium.

Wer jetzt sucht, der findet auch.“

Alexander Hamler

Teamarbeit ist wichtig

Die jungen Leute sollten stets ihre Motivation und ihre Bereitschaft, Leistung bringen zu wollen, deutlich machen“, sagt Hamler. Neben dem Fachwissen – zum Beispiel in Mathematik – gebe es Grundtugenden wie Fleiß und Pünktlichkeit, die über die Zusage für eine Lehrstelle entscheiden.

Außerdem müssten die Bewerber zeigen, dass sie im Team arbeiten können und kommunikativ sind. Bewerber ohne Abschluss könnten den Vorzug vor anderen erhalten, wenn sie in diesen Bereichen punkten. HWK-Ulm

Kreishandwerkerschaft Ostalb, Geschäftsstelle Aalen Curfeßstraße 14, 73430 Aalen. Telefon: 07361/6356. Geschäftsführer: Edgar Horn, E-ail: khs-aalen@handwerk-ostalb.de.

© Schwäbische Post 29.11.2018 16:46
688 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.