Die Glücksmomente der Handwerker

Joachim Krimmer, Präsident der Handwerkskammer Ulm, und Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer, sprechen im Interview über ihre Sicht auf das Handwerk und die Zukunftschancen der Berufseinsteiger.
  • Hauptgeschäftsführer Dr. Tobias Mehlich (links) und der Präsident der Handwerkskammer Ulm, Joachim Krimmer. Foto: HWK-Ulm

Ulm. „#Für diesen Moment geben wir alles“, ist das Jahres-Motto für die bundesweite Handwerks-Kampagne. In ganz Deutschland präsentieren sich Handwerkskammern und Kreishandwerkerschaften, sowie zahlreiche Innungen und immer mehr auch Betriebe mit diesem Slogan, um auch auf die sehr guten Zukunftschancen im Handwerk hinzuweisen.

Zwei wichtige Männer in Ulm

Wir haben uns mit dem Präsidenten der Handwerkskammer Ulm, Joachim Krimmer, und mit Hauptgeschäftsführer Dr. Tobias Mehlich unterhalten, welche schönen Momente das Handwerk bieten kann. Mit ihren Antworten machen beide deutlich, welch hohen Stellenwert in ihren Augen das Handwerk hat.

Herr Krimmer, wie sehen Ihre Glücksmomente im Handwerk aus?

Joachim Krimmer: Die schönsten Momente sind natürlich immer die, wenn eine Kunde zum ersten Mal das fertige Ergebnis unserer Arbeit sieht und zufrieden ist. Für mich als Handwerker besteht die Herausforderung aber auch darin, komplexere Herausforderungen meiner Kundschaft anzunehmen und zu einem guten Ergebnis zu bringen. Wenn wir das zusammen im Team geschafft haben, ist das für mich ein echter Glücksmoment.

Welche schönen Momente können Sie jungen Menschen in Aussicht stellen, die im Handwerk anfangen wollen?

Dr. Tobias Mehlich: Das Handwerk gibt einem die Möglichkeit, sich auch selbst zu verwirklichen, seiner Kreativität auch mal freien Lauf zu lassen. Eine Arbeit als Handwerker kann Berufung statt reiner Beruf sein. Man beschäftigt sich nicht nur mit theoretischen Inhalten, sondern packt an und sieht am Ende der Arbeit das Ergebnis vor Augen. Man kann es anfassen und spüren.

Gibt es schöne Momente als Meister und Betriebsinhaber?

Joachim Krimmer: Das Schönste für einen Meister oder auch Betriebsinhaber ist es, sein Wissen an die nächste Generation weiterzugeben. Die Ausbildung ist und bleibt eines der Steckenpferde des Handwerks. Toll finde ich dabei vor allem Vielschichtigkeit des Handwerks. Da werden zum Teil Jahrhunderte alte Traditionen weitergegeben, die mit modernsten Innovationen und Techniken verbunden werden.
Es ist und bleibt einfach schön zu sehen, wenn sich junge Menschen für einen Beruf im Handwerk entscheiden und diesen dann mit Leidenschaft leben.

Was kann den Kunden glücklich machen, wenn er auf das Handwerk zurückgreift?

Dr. Tobias Mehlich: Der Kunde kann sich sicher sein, auf gut ausgebildete Menschen zu treffen, die ihrem Beruf mit Leidenschaft und Sorgfalt nachgehen. Wer auf das klassische Handwerk zurückgreift und auf ein industriell gefertigtes Billigprodukt aus dem Ausland verzichtet, der entscheidet sich schlussendlich auch für lang anhaltende Qualität.      Daran kann man sich täglich erfreuen und das ist es doch, was einen glücklich machen kann. Stil statt Masse. HWK-Ulm

© Schwäbische Post 29.11.2018 16:46
731 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.