Wer ist schuld an Stau und Zeitverlust?

Verkehr Wissenschaftler erklären, wie Staus entstehen und was Autofahrer tun können, um deren Entstehung zu vermeiden.
  • Fatale Rudelbildung: Wer fährt, wenn alle fahren, muss sich nicht über Verzögerungen wundern. Foto: ACE/mid/ak

Staus sind nicht nur total nervig und allgegenwärtig. Sie sind auch ein reiches Betätigungsfeld für Forscher und Wissenschaftler. Und meist werden sie von Autofahrern verursacht –mal von einzelnen, mal von zu vielen.

Der fließende Verkehr ist ein filigranes und störanfälliges Gebilde. Der Grund ist klar: Auf einer bestimmten Strecke findet nur eine begrenzte Anzahl von Fahrzeugen gleichzeitig Platz. Die Sättigungsgrenze einer Straße liegt in der Regel bei 1500 bis 2500 Fahrzeugen pro Stunde und Spur, wenn sich die Fahrzeuge mit einer Geschwindigkeit von 80 bis 100 km/h fortbewegen. Schnelleres und langsameres Fahren verringert jeweils die Kapazität von Verkehrswegen.

Ein Stauforscher, Professor für Physik von Transport und Verkehr an der Universität Duisburg-Essen, stellte fest, dass viele Staus dem Faktor Mensch geschuldet sind. Und zwar durch eine Kombination aus hohem Verkehrsaufkommen mit falschem, beziehungsweise egoistischem Verhalten plus anschließenden Kettenreaktionen. Den berüchtigten „grundlosen Stau“ gibt es also nicht.

Stattdessen verursachen ihn nach der Erfahrung der Experten nur allzu häufig „Einzeltäter“ am Steuer. Einige Hauptsünden gibt es in diesem Zusammenhang: Zu dichtes Auffahren mit einem abrupten Bremsmanöver etwa setzt sich in einer Kettenreaktion nach hinten fort. Kolonnenspringen und plötzliche Überholvorgänge haben ebenso das Zeug zum Stauauslöser wie Fehler beim Reißverschlussverfahren oder eine unnötige Rudelbildung beim kollektiven Urlaubsstart. „Verkehrsstoßzeiten, wenn möglich, zu meiden“ ist deshalb ein Ratschlag gegen den Stau-Frust. akz-o

© Schwäbische Post 21.06.2019 15:11
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