Einnahmen durch Glücksspiel auf Rekordhoch

  • Zeiten, in denen Spieler in ein Casino vor Ort gingen, sind längst vorbei.

Pokern, Sportwetten, Lotto und so viele andere Glücksspiele reizen die Deutschen immer öfters zu einem Spiel. Die Teilnahme ist so einfach wie nie. Eine kurze Anmeldung, eine stabile Internetleitung und schon kann es mit dem Glücksspiel losgehen. Von dem gesteigerten Interesse profitiert vor allem der Deutsche Staat. Milliarden sind es pro Jahr, die der deutsche Fiskus kassiert. Besonders beliebt ist das Online Casino Deutschland. Zeiten, in denen Spieler in ein Casino vor Ort gingen, sind längst vorbei. Diese Orte gelten heute noch für Gutbetuchte als Anlaufpunkt nach einem guten Abendessen. Das große Geld wird jedoch online gemacht und die Casino-Spiele stehen dabei ganz oben auf der Liste.

Irrglaube: Gewinn muss nicht versteuert werden
Dabei herrscht nach wie vor der Irrglaube, dass ein Spieler seinen Gewinn nicht versteuern muss. Das ist falsch. Tatsächlich brauchen Spieler den Gewinn nicht zu versteuern, das gilt aber nur für den ersten! Alle weiteren Gewinne müssen versteuert werden und so nimmt der Staat für dieselbe Sache ein zweites Mal Geld ein. Spätestens, wenn der erste Gewinn Zinsen erzielt, kommt auch der Fiskus.

Auf der anderen Seite subventioniert der Staat zum Beispiel Lotterien. Das Konzept geht jedoch auf. Die Einnahmen aus dem Glücksspiel sind deutlich höher als die gewährten Subventionen.
Alleine im Bereich von Lotto und Sportwetten wurden 1,67 Milliarden Euro erzielt. Bei den Automatenspielen 1,12 Milliarden Euro.

Interessant ist aber auch, dass sich der Deutsche Staat gerne in Schweigen hüllt, wenn es um die genaue Höhe der Steuereinnahmen aus dem Glücksspiel geht. Das ist auch nicht verwunderlich. Auf der einen Seite bekämpft der Staat das Glücksspiel, auf der anderen Seite werden jährlich dadurch hohe Steuereinnahmen erzielt.

Reguläre Steuern beim Glücksspiel
Neben den Steuern bei einem Gewinn und den weiteren Besteuerungen der Anbieter, fallen aber bereits bei Wettabgabe hohe Steuern an. So muss beim Lotto zum Beispiel eine Lotterieabgabe von 20 Prozent des Werteinsatzes gezahlt werden. Bei Rennwetten hingegen sind es nur 5 Prozent, genauso wie bei Sportwetten. Schwierig ist es bei Spielautomaten. Hier kann jedes Land eigene Vergnügungssteuern aufstellen.

Selbst der erste steuerfreie Gewinn wird letztlich irgendwann von Steuern erfasst. Sobald damit Zinsen verdient werden, müssen diese ebenfalls versteuert werden. Wer bei einer Rentenlotterie gewonnen hat, sollte sich den Betrag komplett auszahlen lassen, um die Einkommenssteuer zu vermeiden. Wird der Betrag hingegen monatlich ausgezahlt, greift die Steuer direkt und vermindert den Gewinn deutlich.

Staat gewinnt immer
Wenn ein Spieler gewinnt, ist der Staat stets beteiligt. Das gilt auch bei Verlusten. Schon mit dem Ausfüllen eines Lottoscheins gewinnt der Staat, während ein Spieler oft lange auf einen Gewinn warten muss.
Die Situation bei der Regulierung hingegen ist in Deutschland chaotisch. Das Land steht wiedermal auf den letzten Rängen. Noch immer streiten sich die Bundesländer über die Art und Weise der Regulierung.

Bildrechte: unsplashHeather Gill

 

© Schwäbische Post 09.07.2019 09:30
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