Wie gesund ist die E-Zigarette

  • Bildrechte: unsplash, Charles Cheng

Über 800 Millionen Euro an Gesamtumsatz im Jahr wird mit den E-Zigaretten bereits erzielt. Ganz zu Anfang, 2015, lag der Umsatz gerade einmal bei 5 Millionen Euro jährlich. Der Trend zeigt weiter nach oben. Die Nachfrage ist ungebrochen hoch. Doch das Für und Wider von E-Zigaretten beschäftigt nicht nur Wissenschaftler, sondern immer wieder auch Politiker, die sich für Verbote und Einschränkungen aussprechen. Dabei steht im Fokus die Frage, wie gesund E-Zigaretten tatsächlich sind.

Langzeituntersuchungen fehlen bisher. Eines ist aber klar. Gesund ist die E-Zigarette nicht. Vielfach enthält das Liquid sogar Nikotin. Dennoch ist das Gerät deutlich gesünder als eine herkömmliche Zigarette. Somit lässt sich sagen, dass sie weniger schädlich ist, aber keinesfalls gesund. Über die Langzeitwirkungen lassen sich derzeit noch keine Ergebnisse finden.

Dampfen ist In
Bei den elektronischen Dampfern kommt es zu keinem Verbrennungsprozess, wodurch das Schadenspotenzial deutlich geringer ist. Gerade bei einem Verbrennungsprozess können tausende Substanzen entstehen, die toxisch bis hochgradig krebserregend sind. Bei einer E-Zigarette besteht dieses Schadenspotenzial nicht. Nur rund 5 Prozent beträgt das Krebsrisiko bei den elektronischen Dampfern. Beim Verdampfen werden nur wenige Giftstoffe freigesetzt.

Vor allem in Deutschland ist man vorsichtig bei der Beurteilung der bisherigen Ergebnisse und denkt weiterhin an Verbote oder Einschränkungen.

Hilft sie bei der Raucherentwöhnung?
Viele Raucher sind umgestiegen. Sie hofften auf eine Raucherentwöhnung. Das Gegenteil scheint jedoch der Fall zu sein. Auch die E-Zigarette macht süchtig. Das soll sie ja auch. Schließlich soll der Verkauf der Liquids weiter angekurbelt werden. Aber das ist grundsätzlich keine Eigenart der Zigarettenlobby. Auch in Süßigkeiten wie Haribo und Co. sind süchtig machende Stoffe vorhanden, die den Verkauf unterstützen sollen.

Valide Daten zur genauen Beurteilung fehlen. Es gibt Befürworter, die behaupten, dass E-Zigaretten die Raucherentwöhnung fördern würde. Andere sagen genau das Gegenteil. Die aktuelle Datenlage dazu ist dünn. Viele Raucher, die umgestiegen sind, hängen nun auf der E-Zigarette fest.

In Großbritannien gibt es Zahlen, wonach 1,5 Millionen Raucher auf den Dampfer umgestiegen sind und fast 700.000 dadurch das Rauchen ganz gelassen haben. Allerdings muss erwähnt werden, dass in dem Land ein Stop-Smoking-Service umgesetzt wird und im Gegensatz zu Deutschland, Raucher aktiv beim Aufhören unterstützt werden. Somit sind die Zahlen nicht isoliert zu betrachten.

Typische Raucherkrankheiten könnten zurückgehen
Erste Studien belegen, dass die typischen Raucherkrankheiten in den nächsten 10 Jahren deutlich zurückgehen. Mit der E-Zigarette ließen sich viele Risiken vermeiden. Unklar sei aber, ob das Dampfen nicht andere gesundheitliche Probleme hervorrufen könnte. Hier fehlen besagte Langzeitstudien.

Auch der leidige Passivdampf ist bei E-Zigaretten kein Thema mehr. Beim Dampfen werden kleinste, ultrafeine Partikel freigesetzt. Werden diese über die Lunge aufgenommen, lösen sie sich nach einiger Zeit vollständig auf. Bei reinen Tabakzigaretten sieht das hingegen anders aus. Die festen Partikel halten sich lange in der Raumluft. Allerdings verunreinigt auch der E-Dampfer die Luft, vor allem in geschlossenen Räumen.

Problem Jugendliche
Eigentlich ist die E-Zigarette erst ab 18 Jahren zugänglich. Dennoch hat sich der Trend bei den Jugendlichen besonders stark durchgesetzt. So sind in den Pausen vor den deutschen Schulen manchmal ganze Gruppen zu finden, die genüsslich an der E-Zigarette ziehen.

Es bleibt also offen, ob es weitere Einschränkungen oder gar ein Verbot geben wird.

Bildrechte: unsplash, Charles Cheng

© Schwäbische Post 10.07.2019 09:35
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