Die Rolle der NHL-Spieler bei Eishockey-Weltmeisterschaften

Wer gerne Eishockey schaut, für den ist die nordamerikanische Profiliga NHL das Größte. Die besten Spieler der Welt tummeln sich unter den 31 Franchises und kämpfen Jahr für Jahr um den Stanley Cup. Das bedeutet aber auch, dass erfolgreiche Spieler nur selten mit ihrer Mannschaft eine Weltmeisterschaft spielen werden. Schade eigentlich.

Leon Draisaitl als exzellentes Beispiel

Dass Deutschland bei der Eishockey-WM 2019 auf Leon Draisaitl bauen konnte, ist ein wahrer Glücksfall, nicht nur aufgrund seines späten Entscheidungstreffers im Spiel gegen die Slowakei (3:2). Der Mittelstürmer der Edmonton Oilers erzielte während der Saison 50 Tore und stellte damit laut Eishockey News einen deutschen Rekord auf. Dennoch ist er bei der Weltmeisterschaft von Beginn an dabei. Was war geschehen? Edmonton verpasste die NHL-Playoffs, da abseits von Draisaitl und Kapitän Connor McDavid kaum Klasse oder Konstanz vorhanden ist.

Es zeigt das Dilemma der Nationaltrainer wie Deutschlands Toni Söderholm, der auf den Misserfolg seiner größten Stars hoffen muss, um sie wie jetzt in Bratislava und Košice dabei zu haben. Gleiches galt schließlich auch für Dominik Kahun von den Chicago Blackhawks. Insbesondere die Top-Nationen wie Kanada, Schweden, Russland oder die USA setzen auf ihre Topspieler aus der NHL, um auch auf internationalem Parkett für Erfolg zu sorgen. 2019 sind Spieler wie Alexander Owetschkin, Dylan Larkin, Gabriel Landeskog oder Nikita Kucherov dabei.

Höheres Interesse durch die Superstars

Es ist kein allzu großes Wunder, dass das Faninteresse steigt, wenn die Superstars nach Übersee kommen, um die Weltmeisterschaft auf dem großen Eis zu bestreiten. Dennoch gibt es oftmals auch Gründe, warum Spieler absagen. Auf Betway Sport betont der Journalist Pietro Nicolodi, dass diese völlig unterschiedlich sein können. Einige Akteure fühlen sich nach einer langen Saison ausgelaugt oder tragen gar eine Verletzung mit sich, die auskuriert werden muss. Wiederum andere Spiele möchten sich derweil nicht auf internationalem Parkett verletzen, nachdem der NHL-Vertrag ausgelaufen ist und im kommenden Sommer ein neuer Deal verhandelt werden muss. Zuletzt müssen stets Dinge mit den Versicherungen geklärt werden, da die Spieler nach wie vor unter der Kontrolle der Franchises in den USA und Kanada stehen.

Weiterhin bietet das Turnier eine Bühne für viele junge Spieler, die noch nicht einmal in die NHL gedrafted oder vielleicht in der Vergangenheit übergangen wurden. Sport1 blickt vor allem auf den Mannheimer Moritz Seider, der sich 2019 in den Vordergrund der Notizbücher diverser NHL-Scouts spielt. Er wird beim NHL-Draft, eine schwerere Verletzung ausgeschlossen, in Runde 1 ausgewählt werden. So freuen wir uns am Ende vor allem auf die K.o.-Phase dieser WM, wenn sich die besten Spieler der Welt Kopf an Kopf duellieren.

© Schwäbische Post 04.06.2019 08:41
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