Dark Tourism führt an düstere Orte der Geschichte

Im Urlaub wollen die meisten das Schöne sehen. Doch einige bevorzugen eher düstere Orte - das nennt sich Dark Tourism. Es geht um Reisen an die Orte, die mit Zerstörung und Tod zu tun haben.

Peter Hohenhaus, ein studierter Sprachwissenschaftlicher, hat rund 700 Ziele des Dark Tourism in 90 Ländern besucht. Er betreibt eine Webseite zum Thema. „Die düsteren Aspekte der Geschichte und Menschheit sind ganz einfach interessant“, schreibt er. Und deswegen würden sich Menschen solche Orte auch anschauen.

Schauplätze des Dark Tourismus sind zum Beispiel: der Pariser Friedhof Père Lachaise, die Berliner Mauer, Ground Zero in New York, die Killing Fields in Kambodscha, Tschernobyl in der Ukraine, die demilitarisierte Zone zwischen Nord- und Südkorea, die kolumbianische Stadt Medellin als Heimat des bekannten Drogenhändlers Pablo Escobar sowie ehemalige Vernichtungslager der Nazis und KZ-Gedenkstätten.

Hohenhaus plädiert für einen respektvollen und aufgeklärten touristischen Umgang mit düsteren Orten. Unter Dark Tourismus fallen für ihn zum Beispiel keine Slum-Touren durch Elendsviertel. Und auch Kriegstourismus in Krisengebiete sei nicht gemeint. dpa

© Schwäbische Post 14.09.2018 16:51
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