Flugzeug bei Kälte enteisen

Winter Immer wieder Flugzeuge enteist werden. Doch wann ist das nötig?

Am höchsten sei das Risiko fürs Vereisen, wenn die Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt liegen und die Luft sehr feucht ist, erklärt Prof. Andreas Strohmayer vom Institut für Flugzeugbau der Universität Stuttgart. Das ist nicht nur im strengen Winter der Fall.

Ist es besonders kalt, ist die Gefahr des Vereisens sogar geringer. „Bei besonders niedrigen Temperaturen gefrieren kleine Tropfen als Raueis direkt bei der Berührung mit der Flugzeugoberfläche. Das ist weniger gefährlich, weil das Flugzeug dann weitgehend aerodynamisch bleibt“, erläutert Strohmayer. Gefährlicher werde es bei Temperaturen nur knapp unter dem Gefrierpunkt. „Da gibt es dann wilde Formen, wenn große unterkühlte Wassertropfen vom Aufschlagpunkt nach hinten laufen und dort anfrieren. Wenn sich dieses Klareis auf dem Flugzeug absetzt, ist es nicht mehr aerodynamisch.“

Als Flugreisender muss man sich deswegen aber keine Sorgen machen. Bevor ein Flugzeug die Zulassung erhält, wird es im Flugbetrieb unter Vereisungsbedingungen getestet.

Die Airline muss sich auf die Witterung vorbereiten, Enteisung liegt in ihrem Verantwortungsbereich. dpa

© Schwäbische Post 19.10.2018 15:56
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