Topanga – Hippies, Theater und Musik

Kalifornien vereint landschaftliche Gegensätze wie kaum ein anderes Land. Highways, einsame Straßen, Metropolen und kleine Dörfer in den Bergen. Eine Reise weit weg vom Trubel Los Angeles.
  • Foto: Hubertus Rösch

Ein geheimnisvoller Ort liegt verborgen nur wenige Autominuten von den sechsspurigen Highways und der Hektik von Los Angeles entfernt.

Topanga, eine Oase der Ruhe, mystisch und geheimnisvoll. Einst vom Indianervolk der Tongva gegründet befindet es sich in den Santa Monica Mountains. Der Name bedeutet „Ein Ort darüber“.

Berge und Meer

Genau so fühlt es sich an wenn man mit dem Auto durch das dicht mit Wald bewachsene Gebiet fährt bis hinauf wo man den Himmel fast berühren kann. Von hier hat man einen fantastischen Blick auf die Stadt der Engel, Los Angeles, das Meer soweit das Augereicht auf der anderen Seite. Unberührte Natur, ein Ort um die Seele baumeln zu lassen, wo sich Kojote und Hase noch gute Nacht sagen.

Theatricum Botanicum

Seine knapp 12000 Einwohner sind Stolz auf Ihre Oase. Viele haben sich dort Ihren Traum von einem Haus in unberührter Natur erfüllt. Topanga beheimatet das 1973 von Will Geer gegründete Theaterensemble Theatricum Botanicum. Will Geer ist Fernsehzuschauern aus der Serie „Die Waltons“ ein Begriff und mittlerweile leitet seine Tochter Ellen Geer das Theater, das mitten im Wald liegt. „In der Mc Carthy Ära wurden Künstler wie mein Vater zensiert und durften nicht auftreten.

Sie kamen auf die Blacklist.“ Erzählt die Schauspielerin und Regisseurin die selbst in vielen Produktionen wie „Dallas“, „Denver Clan“, „Supernatural“, „The Mentalist“ sowie „Harold and Maude“ und viele weitere mitgewirkt hat. „Wir sind eines der wenigen Theater, die vom Shakespeare Trust in England als Shakespeare Theater anerkannt wurde und diese Auszeichnung bekommen hat“, erzählt sie weiter. In der Tat zieren Shakespeare Stücke wie „Der Sommernachtstraum“ aber auch zeitgenössische Stücke ihren Spielplan.

Man kann alles schaffen, wenn man nur will und fest daran glaubt.

Ted R.Kamp, Bassist mit Leib und Seele

Traditioneller Folk

Das Theater veranstaltet Workshops und auch Liederabende war die Familie Geer doch gut befreundet mit dem Folksänger Pete Seeger seines Zeichen einer der begründer der American Folkmusic. Ganz in der Nähe liegt eine weitere Music-Bar „The write off room“. Hier gibt es handmade-music, old traditional. Auf dem Programm steht immer wieder Musiker wie Preston Smith, der schon die Musik für den Film „Cocktail“ mit Tom Cruise schrieb. Sein Bassist Ted Russel Kamp hat gerade sein neues Album „Walking Shoes“ herausgebracht, das auf sämtlichen Countrykanälen und Radiostationen rauf und runter läuft. Aktuell präsentiert er sein Soloprogramm und kommt jedes Jahr nach Europa um seine Songs zu spielen.

Dabei ist er gerne Pi Jacobs unterwegs die er aus Collegezeiten kennt und die ebenfalls in der lokalen Musikszene ein Begriff ist. Seine Songs sind Countrysongs der alten Schule gemischt mit unterschiedlichen Stilrichtungen und ermutigen das Publikum ganz nach dem amerikanischen Leitsatz „You can make it“ durchzuhalten und den eigenen Weg zu gehen. „Man kann alles schaffen, wenn man daran glaubt“, erzählt er mit einem Lächeln in den Augen.

Er erzählt von seiner Collegezeit in New York und wie er selbst gerne produziert und bei anderen Künstlern arrangiert und die Bassline übernimmt. Sein Studio ist voll mit Gitarren und als Bassist hat er natürlich Bässe und weiteres Equipment das er zum aufnehmen benötigt. Nebenbei spielt er in den Bands von Shooter Jennings, Sohn der amerikanischen Country Ikone, Waylon Jennings und Duff McKagan, Bandmitglied von Axl Roses Guns ‘n Roses. Im Spätsommer kommt er mit beiden Bands auf große Europa Tournee und für drei Termine sogar auch nach Deutschland. Topanga ist voll von der Magie vergangener Zeiten und verborgenen Schätzen.

Die Stars kaufen hier ein

Viele Schätze vergangener Zeiten findet man im coolen Second-Hand-Shop „Hidden Treasures“. Unvergleichlich, schrill, mit seltenen Stücken und Vintage Raritäten. Von außen schmücken Figuren aus dem Film „Pirates of the Caribean“ das Geschäft. Darrell Hazen gründete den Store in den 80er-Jahren. Seither kommen immer wieder Stars und Sternchen Hollywoods, oder auch Set Designer und Kostümbildner bei ihm vorbei. Er erzählt von den Zeiten als Neil Young und die Beatles Topanga besuchten und von hier aus Ihre musikalischen Segel setzten, um in die Welt zu erobern. Neil Young nahm sein legendäres Album „After the Goldrush“ hier auf. „Es war die Zeit als sich die Hippies die Klinke in die Hand gaben und bis tief in die Nacht ihre Songs spielten“, erzählt Darell von den vergangenen Tagen. „Die Beatles, Stones alle waren sie hier und erkannten das magische an diesem Ort Topanga“. Nur eine knappe Stunde von Los Angeles entfernt. Wo die Berge auf das Meer treffen. Und nachts die Kojoten heulen.

© Schwäbische Post 14.06.2019 15:20
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