Zukunftsorientierte Jobs attraktiv machen

Fachkräfte in sozialen Berufen sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Immer mehr wird unternommen, um für die gesellschaftlich hoch relevanten Stellen mehr Nachwuchs zu werben.

Vor einem Fachkräftemangel in der heimischen Industrie wird schon seit Jahren gewarnt und mit groß angelegten Kampagnen um Nachwuchs geworben. Doch das Fehlen gut ausgebildeter Frauen und Männer in den sozialen Berufen ist ebenso eine zunehmende Belastung für Arbeitgeber wie Pflegedienste und Krankenhäuser – aber auch am Ende für jeden von uns. Nur kann sich der Eindruck aufdrängen, dass bislang zu wenig getan worden ist, diese für die gesamte Gesellschaft so wichtigen Berufe zu fördern und attraktiver zu gestalten.

Der Bedarf wird weiter steigen

Allein in der Alten- und Krankenpflege sind nach den neuesten Zahlen der Agentur für Arbeit 1,6 Millionen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Und selbst diese hohe Zahl deckt noch lange nicht den tatsächlichen Bedarf. Im Gegenteil! Bedingt durch die demografische Entwicklung in Deutschland wird nach Angaben des Statistischen Bundesamts die Zahl der Pflegebedürftigen von rund 2,86 Millionen (Stand: Ende 2015) auf 3,4 Millionen Menschen bis 2030 ansteigen.

Kommt es zu keinen gravierenden Änderungen, liegt dann die Zahl der fehlenden Fachkräfte in den sozialen Berufen im sechsstelligen Bereich.

Bezahlung und Wertschätzung

Was tun? – Gefragt ist auf der einen Seite die Politik, die große Anstrengungen unternehmen muss, die Berufe attraktiver zu gestalten. Das beginnt bei der Ausbildung und endet nicht zuletzt bei der Bezahlung einer oft schweren und fordernden Arbeit.

Auf der anderen Seite haben viele Arbeitgeber längst erkannt, dass sie ihren Mitarbeitern mehr bieten müssen, als eine monatliche Überweisung. Wie in anderen Bereichen der Wirtschaft wird zunehmend Fachkräften ein Arbeitsumfeld geboten, das einen echten Mehrwert schafft. Ohne Frage ein Gewinn für alle – letztlich auch für die Menschen, die auf die Arbeit dieser Menschen angewiesen sind. Ein gutes Betriebsklima kann da ja nicht schaden.

Junge Menschen begeistern

Es wird – und muss – sich vieles in der Ausstattung und in der Wertschätzung der sozialen Berufe ändern. Junge Menschen werden sich ansonsten kaum für eine Karriere in diesem Sektor begeistern lassen.

Anderseits sind diese Berufe krisensicher und Fachkräfte überall gefragt. Zudem kommt noch ein Aspekt hinzu, der in einer materiell denken Wirtschaftwelt gerne zu kurz kommt: Es ist eine Arbeit mit Menschen. Eine Arbeit, die auch mit sehr viel Dankbarkeit von anderen Menschen belohnt wird. Wolfgang Maurer

© Schwäbische Post 22.06.2018 17:15
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