Die Berufsunfähigkeitsversicherung - und wieso jeder Arbeitnehmer eine besitzen sollte

Während die Berufsunfähigkeitsversicherung in der Vergangenheit oftmals belächelt wurde, wird die zunehmende Arbeitsunfähigkeit aktuell für immer mehr Deutsche zu einem gravierenden Problem, dessen finanzielle Folgen sich in den seltensten Fällen alleine stemmen lassen. Renommierte Nachrichtenmagazine wie FOCUS Online berichten, dass mittlerweile jeder vierte Deutsche noch weit vor dem Renteneintritt im Laufe seines Lebens mindestens einmal berufsunfähig werde und aus diesem Grund insbesondere für Arbeitnehmer eine solche Versicherung unerlässlich sei.

Was genau leistet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Im Falle einer Berufsunfähigkeit zahlt die gleichnamige Lebensversicherung eine monatliche Rente, die zuvor zwischen dem Kunden und der Versicherungsgesellschaft vereinbart worden ist, aus. Laut den allgemeinen Bedingungen der Berufsunfähigkeitsversicherung gelten diejenigen Arbeitnehmer als berufsunfähig, die voraussichtlich über einen Zeitraum von sechs Monaten ihren Beruf nicht ausüben können. Dies können in der Regel die Menschen nicht, die einen Grad der Berufsunfähigkeit von 50 Prozent erreicht haben. Dieser Grad wird von einem unabhängigen Arzt ermittelt. Die Rente wird nach Anerkennung der Berufsunfähigkeit anschließend so lange gezahlt, bis die Erkrankung verheilt, die Erkrankung aufgrund von Genesungsprozessen unter die 50 Prozent-Marke fällt oder der Beginn der Altersrente erreicht wird.

Berufsunfähigkeitsversicherung: "Ich bin kerngesund. Wieso sollte ich eine brauchen?"

Dieser Gedanke schwirrt vielen Betroffenen durch den Kopf, wenn sie auf dieses Thema angesprochen werden - auch wenn die Wichtigkeit der Absicherung der Berufsfähigkeit bekannt ist. Dabei wird eine Tatsache völlig außer Acht gelassen: Auf die am häufigsten auftretenden Krankheiten, die zu einer Berufsunfähigkeit führen, haben die allermeisten Menschen schlichtweg kaum bis gar keinen Einfluss. Die Zeiten, in denen Rückenerkrankungen die am gefürchtetsten Volkskrankheiten in Deutschland waren, gehören der Vergangenheit an.

In einer aktuellen Studie des diesjährigen Sommers wurden die Ursachen einer Berufsunfähigkeit von MORGEN & MORGEN genauer untersucht und unter anderem nach Häufigkeit und Alter aufgeschlüsselt. So wurde festgestellt, dass mit 31,52 Prozent fast ein Drittel der Erkrankungen, die zur Berufsunfähigkeit führen, auf "Nervenkrankheiten" zurückzuführen sind. Neben Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson gehört auch das weit verbreitete Burnout-Syndrom hierzu. "Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates", worunter auch die zuvor angesprochenen Rückenprobleme fallen, wurden mit 21 Prozent beziffert. Den dritten Platz teilen sich mit jeweils knapp über 15 Prozent sowohl "Krebs und andere bösartige Geschwülste" als auch "sonstige Erkrankungen".

Die besonders erschreckende Erkenntnis der Studie ist jedoch, dass die Berufsunfähigkeit mittlerweile weitaus häufiger im mittleren Alter anzutreffen ist. Besonders gefährdet seien Arbeitnehmer zwischen 45 bis 50 Jahren - auch wenn das Risiko einer Berufsunfähigkeit anschließend wohl kaum abnimmt. Diejenigen, die sich erst ab diesem Alter um eine passende Absicherung kümmern, werden aufgrund des bereits hohen Erkrankungsrisikos mit gravierenden Leistungsausschlüssen, kostspieligen Beitragszuschlägen oder je nach körperlicher Verfassung mit fatalen Antragsablehnungen konfrontiert. Aus diesem Grund ist es ratsam, sich möglichst frühzeitig - am besten in jungen Jahren - mit diesem Thema zu beschäftigen.

Worauf sollte bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung geachtet werden?

Bei der Auswahl der für sich optimalen Berufsunfähigkeitsversicherung sollten neben dem Versicherungsbeitrag weitere entscheidende Faktoren berücksichtigt werden:

  • die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente (mindestens 80 Prozent des Nettoeinkommens sind sinnvoll)
  • der zu erreichende Grad der Berufsunfähigkeit für die Rentenzahlung (sollte nicht mehr als 50 Prozent betragen)
  • Einschluss auf Verzicht der abstrakten Verweisung (kein Verweis auf Berufe, die nicht mit der eigenen Ausbildung vereinbar sind)
  • Vereinbarung einer Arbeitsunfähigkeitsklausel (Absicherung von Erkrankungen, die indirekt eine Berufsunfähigkeit hervorrufen)
  • Bestehen einer Nachversicherungsgarantie (Anpassung der Versicherungssumme zu besonderen Anlässen)

Um im Falle einer schon ohnehin psychisch belastenden Berufsunfähigkeit nicht noch auch einen finanziellen Ruin zu fürchten, raten Verbraucherschützer seit Jahren zu einer leistungsstarken Absicherung der Berufsfähigkeit. Aufgrund der Vielzahl der Versicherungsprodukte auf dem Markt, fällt es jedoch nur noch den wenigsten leicht, sich einen entsprechenden Überblick zu verschaffen. Mithilfe von Versicherungs-Optimierern wie etwa WEFOX finden insbesondere Versicherungslaien unter Angabe weniger Informationen einen für sich zugeschnittenen und leistungsstarken Berufsunfähigkeitsschutz.

© Schwäbische Post 25.09.2018 15:03
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