Besonders die Mitarbeiter sind hier wichtig

Einen goldenen Meisterbrief hat Maurermeister Clemens Dobler in einer Feierstunde zu seinem 50-jährigen Meisterjubiläum von der Handwerkskammer Ulm überreicht bekommen. Seit Anfang diesen Jahres leitet sein Sohn Hansjörg das Unternehmen in Unterkochen.
  • Rolf Schäfer von der HWK Ulm, Clemens Dobler , Ortsvorsteherin Heidi Matzik, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Edgar Horn und Hansjörg Dobler (von links) beim Festakt. Foto: bw
  • Karin, Clemens, Hansjörg und Irene Dobler (von links) freuen sich über die Urkunden der Handwerkskammer Ulm. Foto: bw

Aalen-Unterkochen. Seit 150 Jahren ist das Unternehmen Dobler in Unterkochen familiengeführt und wird seit Anfang des Jahres von Hansjörg Dobler in fünfter Generation geleitet. Doch bereits die sechste Generation steht in den Startlöchern mit

Sofia, Alexander und Phillip.

Am 26. Oktober wurde in einer Feierstunde Clemens Dobler der goldene Meisterbrief sowie dem gesamten Unternehmen die Ehrenurkunde von der Handwerkskammer Ulm, in Vertretung von Rolf Schäfer und Edgar Horn, von der Kreishandwerkerschaft Ostalb, überreicht.

Jakob Dobler, der Urgroßvater von Clemens Dobler, hatte den Betrieb 1868 gegründet. Damals gab es noch das Königreich Württemberg und die Gründung des Deutschen Reiches wurde erst zwei Jahre später vollzogen. Das Baugeschäft etablierte sich damals schnell.

Um die Jahrhundertwende hat der Sohn des Gründers, der erste Clemens Dobler, den Betrieb übernommen. Anschließend, nachdem er aus der Kriegsgefangenschaft 1947 zurückgekehrt war, übernahm der nächste Clemens Dobler, der Großvater von Hansjörg Dobler, das Bauunternehmen.

Der hat dann aus dem einzelkaufmännischen Betrieb eine GmbH gemacht. Seit 1983 leitete dessen Sohn, ebenfalls ein Clemens Dobler, das Unterkochener Unternehmen bis Ende vergangenen Jahres. Zuvor war sein Sohn Hansjörg als Geschäftsführer mit eingestiegen.

Innovatives Unternehmen

Die Siedlungshäuser unmittelbar über dem heutigen Betriebsgelände im Siedlungsweg wurden vor dem zweiten Weltkrieg bereits schlüsselfertig erstellt, also geplant, die Gewerke koordiniert und schließlich verkauft. Eine besondere Herausforderung war dann 1950 die Renovierung des katholischen Kirchturms in Unterkochen. Ohne Kran und nur mit einem Holzstangengerüst eine riesige Unternehmung

Damals wie heute sind es die zuverlässigen und engagierten Mitarbeiter, ohne die nichts möglich wäre

Clemens Dobler

Archäologische Funde.

Clemens Dobler erinnert sich an die Innenrenovierung der Kirche noch gut. Damals wurde der Boden herausgerissen, um eine Heizung einzubauen. Dabei fand man Skelette, Schädel und archäologische Fundstücke einer Grabstätte, sodass man Hand in Hand mit den Archäologen arbeiten musste.

Auch die Altenwohnungen in der Waldstraße in Unterkochen hat das Unternehmen Dobler gebaut. Ebenso den Bauhof der Gemeinde und 1976 das Bischof-Hefele-Haus als katholisches Gemeindezentrum. Wichtig ist dem Unternehmen heute besonders die enge Zusammenarbeit mit der örtlichen Industrie, hier der Papierfabrik Palmund der Firma RUD Ketten Rieger & Dietz.

Mit beiden Firmen verbindet das Baugeschäft Dobler eine langjährige Zusammenarbeit. Hochspezialisierte Leistungen im Bereich des Industriebaus werden für beide Firmen erbracht.

Mitarbeiter enorm wichtig

Besonders die Mitarbeiter aber sind es, die Doblers am Herzen liegen. Ohne sie, so Clemens Dobler, wäre die Erfolgsgeschichte nicht so weit vorangeschritten.

Früher wurde am 23. November, am Namenstag von Clemens, ein Schwein geschlachtet, gemeinsam gefeiert und die Arbeiter dann zwangsläufig entlassen. Die konnten wegen des Wintereinbruchs nicht mehr auf dem Bau arbeiten und waren stattdessen als Holzmacher im Wald tätig. Doch im Frühjahr kamen alle wieder „zum Dobler“ zurück. So hart das Leben vor dem zweiten Weltkrieg auch war – „damals wie heute sind es die zuverlässigen und engagierten Mitarbeiter“, so Clemens Dobler, ohne die alle Bauvorhaben und alles Tagwerk nicht möglich gewesen wäre.glo

© Schwäbische Post 02.11.2018 16:41
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